Magdeburg l Fast schon symbolträchtig hielt Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) vor dem Magdeburger Kinderhospiz nicht nur einen Staffelstab, sondern auch einen Regenschirm an diesem verregneten Morgen in die Höhe. Mit den beiden Gegenständen in der Hand begrüßte der Schirmherr des Kinderhospizes am Montagvormittag gegen 10 Uhr die ehrenamtlichen Läufer des Kinder-Lebens-Laufes auf dem Gelände der Pfeifferschen Stiftungen in Cracau.

Mit dem Lauf wollen die Initiatoren auf die Arbeit von Kinderhospizen in ganz Deutschland aufmerksam machen. Über 6000 Kilometer werden dabei in 132 Tagen bewältigt. Dabei wird ein engelsgleicher Staffelstab von Stadt zu Stadt getragen. „Eigentlich kann man dabei schon fast von einer Pilgerfahrt sprechen“, erklärt Per Toussaint vom Bundesverband Kinderhospiz e. V.

Auf Arbeit aufmerksam machen

Er ist am Montag extra aus der Nähe von Freiburg angereist, um bei der Staffelstabübergabe dabei zu sein. „Für den Bundesverband ist es eine Herzensangelegenheit, auf die herausragende Arbeit der Hospize aufmerksam zu machen.“

Rund 40.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit lebensbegrenzenden Erkrankungen leben derzeit in Deutschland. Laut Bundesverband sterben jährlich etwa 5000 von ihnen. In sogenannten Kinderhospizen werden die Erkrankten sowie ihre Angehörigen durch professionelle Mitarbeiter betreut und auf ihrem schwierigen Weg begleitet.

Die Form des engelsgleichen Staffelstabs kommt übrigens nicht von ungefähr, sondern hat eine besondere Geschichte. Dieser nennt sich nämlich „Angels“ - angelehnt an die Namensgeberin der Skulptur. Die 17-jährige Angelina verstarb im Jahr 2013 an einem Hirntumor. Ihr Vater kreierte daraufhin die Skulptur in Engelsform und schenkte sie dem Bundesverband.

Kinder-Lebens-Lauf zieht weiter

Am Vormittag machte sich dann der Staffelstab auf den Weg nach Halle/Saale, wo dieser dann mit der Läufergruppe am 3. Oktober eintreffen soll. Der Ministerpräsident dazu: „Schwersterkrankte Kinder und ihre Familien dürfen kein Tabuthema in unserer Gesellschaft sein, denn sie brauchen unsere Hilfe und Anteilnahme.“ Deswegen sei der Kinder-Lebens-Lauf eine hervorragende Idee, um auf das Thema öffentlich aufmerksam zu machen.

Für die Leiterin des Kinderhospizes Franziska Höppner ist dieses Jahr sowieso ein besonderes. Denn 2018 feiert das Kinderhospiz in Magdeburg, welches das einzige in Sachsen-Anhalt ist, fünfjähriges Bestehen.

Über 350 Kinder betreut

„Wir haben seit unserer Gründung rund 350 Kinder und ihre Familien betreut“, erklärt Höppner. Meistens seien die Kinder rund vier Wochen in dem Hospiz. „In manchen Fällen natürlich auch länger.“ Außergewöhnlich sei auch, dass im Kinderhospiz in Magdeburg Psychologen im Einsatz sind. Für sie sei der Lauf besonders wichtig. „Viel zu wenig Menschen wissen von unserer Arbeit“, erklärt die Hospizleiterin. Es sei von unschätzbarem Wert, dass sich Menschen einfach so treffen, um diese Fackel ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten. Und während die Fackel weiter durch die Bundesrepublik getragen wird, laufen bereits weitere Maßnahmen im Kinderhospiz. Höppner: „Wir planen eine Erweiterung des Gebäudes.“ Damit wolle man den schwerkranken Kindern und ihren Familien eine noch bessere Betreuung bieten.

Am 13. Oktober 2018 soll der Staffelstab dann wieder an seinem Startpunkt in Berlin ankommen.