Rechtslage

Hubert Stratmann, Leiter Wasserstraßenüberwachung, Gewässerkunde und Schifffahrtswesen beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Magdeburg, verweist zur rechtlichen Lage der Jetskinutzung auf die Veröffentlichung „Wassersport auf Bundeswasserstraßen zwischen Elbe und Oder“ der Bundesverwaltung. Auszüge:

Das Fahren mit Wassermotorrädern (Kleinfahrzeuge, die der Kennzeichnungs- und Führerscheinpflicht unterliegen und als Personal Water Craft wie „Wasserbob“, „Wasserscooter“, „Jetbike“ oder „Jetski“ bezeichnet werden) ist im Zuständigkeitsbereich auf Wasserstraßen zwischen Elbe und Oder nur auf folgenden festgelegten und besonders gekennzeichneten

Wasserflächen erlaubt.

Das sind auf der Elbe

+ km 194,60 – km 196,50 – Raum Wartenburg – rechte Stromseite+ km 224,00 – km 225,00 – Raum Appollensdorf – rechte Stromseite+ km 307,50 – km 309,00 – Raum Schönebeck und

+ km 376,00 – km 377,50 – Raum Grieben/Schelldorf – rechte Stromseite.

Die festgelegten Wasserflächen sind durch rechteckige blaue Tafeln mit einem weißen, stilisierten Wassermotorrad gekennzeichnet.

Magdeburg l Der Elbepegel ist gestiegen und hat sogar die lange ausgetrocknete Alte Elbe in Magdeburg schiffbar gemacht. Das bewiesen am 16. März 2020 rasante Jetski-Fahrer auf dem Abschnitt zwischen Anna-Ebert-Brücke und Cracauer Wasserfall. Passanten fragen sich: Ist das erlaubt?

Auf der Stromelbe in Magdeburg gehören sie zur Sommersaison schon zum gewohnten Bild: Jetski-Piloten, die sich auf der Stadtstrecke rasante Rennen liefern und beeindruckende Haken vor ihrem Publikum am Ufer schlagen. Kaum einer stört sich am Schauspiel auf dem Wasser, es sei denn am Lärm, den die schwer motorisierten Wassergeschosse machen.

Am 16. März 2020 gegen 15 Uhr staunten Anlieger der Alten Elbe in Magdeburg allerdings nicht schlecht, als sich dasselbe Schauspiel auch auf der Alten Elbe kurz vorm Wasserfall in Cracau bot. Passanten rieben sich verwundert die Augen und fragten sich, ob das im sensiblen Naturraum, wie die Alte Elbe ihn bietet, wohl erlaubt ist.

Erlaubt nur auf gekennzeichneten Flächen

„Ein ganz klares Nein“, gibt dazu auf Volksstimme-Nachfrage Lutz Wendt zu Protokoll. Wendt ist Revierdienstleiter der Wasserschutzpolizei in Magdeburg. Er und seine Kollegen sind bestens mit der Problematik der sogenannten Wassermotorräder vertraut. Weder auf der Stromelbe, noch auf der Alten Elbe sei eine Tour mit ihnen erlaubt, sagt Wendt, es sei denn, es handele sich um eine „Wanderfahrt“. „Das ist eine gezielte Fahrt von einem Ausgangspunkt zu einem anderen – keine Kurven, keine Rennen“, so Wendt.

Die in Magdeburg gängige Praxis habe damit aber erfahrungsgemäß wenig zu tun, so der Beamte, sondern wohl vielmehr mit einem Imponiergehabe der Jetskipiloten, „besonders im Bereich Mückenwirt, weil es da viele Zuschauer gibt“. Laut Wendt ist die Verfolgung dieser Ordnungswidrigkeit inzwischen zu einem der Hauptbetätigungsfelder der Wasserschutzpolizei in Magdeburg geworden – alle Jahre wieder zur Sommersaison. „Wir werden unsere Einsätze dazu in diesem Jahr noch verstärken.“

Kein Jetski-Areal in Magdeburg

Die sogenannte Wassermotorräderverordnung des Bundes regele sehr eindeutig, wo Wasserscooter, Jetbikes oder eben Jetski auch gerne rasant unterwegs sein dürfen, nämlich ausschließlich in dazu speziell gekennzeichneten Bereichen. Solche Bereiche gibt es in Magdeburg schlicht nicht, sondern in nächster Nähe erst wieder in Schönebeck. Magdeburger Jetski-Verrückte könnten sich also allemal auf Wanderfahrt bis dahin begeben, um ihrer Leidenschaft zu frönen.

Wer zum ersten Mal bei wilden Jetski-Touren auf dem Strom erwischt wird, muss allerdings mit einer nur relativ milden Strafe rechnen, in der Regel mit 35 Euro Bußgeld. Im Wiederholungsfall könne die Buße allerdings schnell empfindlicher ausfallen, warnt Wendt.

Weil das wachsende Jetski-Treiben auf der Elbe der Wasserschutzpolizei inzwischen gehörig ein Dorn im Auge ist, lädt Wendt Magdeburger ein, im Falle einer solchen Beobachtung gern ein Zeichen an seine Behörde zu geben, „aber bitte nicht erst ein paar Tage später, wie schon oft geschehen, sondern möglichst unmittelbar unter unserer Rufnummer 0391/546 26 91“. Die Polizei sei dann in der Regel schnell vor Ort.