Kulturförderung

Magdeburger Künstler sollen Geldscheine gestalten

Eine Idee der SPD-Fraktion im Magdeburger Stadtrat zur Produktion besonderer Sammelobjekte trifft im Kulturdezernat auf Gegenliebe.

Von Katja Tessnow
Der Magdeburger Memoeuro, ein Geldschein ohne Geldwert als Souvenir und Sammlerobjekt, soll Nachwuchs zum guten Zweck bekommen. Von Magdeburger Künstlern gestaltet, könnten limitierte Editionen der Spendensammlung für die Kulturförderung dienen.
Der Magdeburger Memoeuro, ein Geldschein ohne Geldwert als Souvenir und Sammlerobjekt, soll Nachwuchs zum guten Zweck bekommen. Von Magdeburger Künstlern gestaltet, könnten limitierte Editionen der Spendensammlung für die Kulturförderung dienen. Quelle: www.memoeuro.eu

Magdeburg - Kasse machen mit 0-Euro-Scheinen für den guten Zweck – das regte die SPD-Fraktion im Magdeburger Stadtrat bereits im März 2021 an und traf mit ihrem Prüfantrag auf Gehör bei der Mehrheit. Die Stadtverwaltung sollte prüfen, ob die Auflage eines sogenannten Magdeburger Kulturscheins als Spendensammelobjekt für die von der Corona-Krise gebeutelte Stadtkulturszene sinnvoll erscheint.

Konkret geht es um Druck und Verkauf von Geldscheinen mit Magdeburger Motiven, aber ohne Geldwert. Solche Null-Euro-Scheine sind ein beliebtes Sammlerobjekt, dessen sich zahlreiche Städte, Institutionen und Vereine bis hin zum Fußballclub bereits zur Projektförderung bedienen. Auch ein Magdeburg-Schein mit Ansicht des Doms ist bereits im Umlauf und im Internet sowie bei Magdeburg Souvenir am Domplatz erhältlich.

Jetzt will die Stadt mit einer ambitionierten Neuauflage – mit richtigen kleinen Kunstwerken, geschaffen von Magdeburger Künstlern – zum Kulturförderzweck nachlegen.

Regional geschaffene Originale

Im städtischen Kulturdezernat stößt die Idee auf offene Ohren. „Der Gedanke, die Kulturschaffenden Magdeburgs mit einem Sammelobjekt wie einem ,Kulturschein’ zu unterstützen, ist begrüßenswert, trägt er doch zugleich bereichernd zur Kulturlandschaft der Stadt bei“, leitet Dezernatschefin Regina-Dolores Stieler-Hinz ihre Stellungnahme zur Sache ein. Um nicht Gefahr zu laufen, lediglich die Kopie eines bereits wirtschaftlich vertriebenen Produktes zu schaffen, schlägt die Verwaltung gemeinsam mit der kommunalen Tourismusgesellschaft MMKT vor, an einem alternativen Sammelobjekt zu arbeiten, das sowohl Seltenheitswert und Alleinstellung bietet als auch bereits an sich eine Möglichkeit der Künstlerförderung darstelle und nachhaltig sei. Magdeburger Künstler und Künstlerinnen können dazu aufgerufen werden, gegen ein entsprechendes Honorar Motive für den „Kulturschein“ zu entwerfen.

Um einen besonderen Sammlerwert zu erzeugen, solle die Auflage der Kulturscheine limitiert sein und das neue Stück lokaler Kunst „to go“ müsse weitere Kriterien erfüllen wie geringe Produktionskosten und eine möglichst hohe Marge zur Umlage als Kulturförderung. Denkbar sei auch die Herausgabe einer Premium-Edition aus hochwertigen Materialien, mit Unterschrift der Künstler oder in größerem Format.

Das Kulturdezernat lobt, dass mit dem Kulturschein nicht nur eine neue Quelle zur Förderung von Kunst- und Kulturschaffenden erschlossen werden könne, sondern zugleich die Bindung der Magdeburger Kulturfreunde an die städtische Kunst- und Kulturlandschaft gestärkt werden könnte.

Als Vertriebsorte für den Magdeburger Kulturschein wären alle Kultureinrichtungen, die städtische Tourist-Information, aber auch Ticketverkaufsstellen der Magdeburger Verkehrsbetriebe denkbar, so das Kulturdezernat. Für die tatsächliche Auflage des Magdeburger Kulturscheins bedarf es noch eines weiteren Ratsbeschlusses.