Stadtentwicklung

Magdeburger planen Wohnungen an der Elbe

Zwei Wohnungsunternehmen in Magdeburg möchten mit Blick in Richtung Dom ein neues Wohnquartier auf dem Werder entwickeln.

Magdeburg l Wohnungsbau ist für Magdeburg angesichts einer steigenden Einwohnerzahl ein wichtiges Thema. Jetzt haben die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau) und die Magdeburger Wohnungsgenossenschaft (MWG) ihr Interesse an einem Projekt an der Elbe bekundet. Es geht um ein Gelände zwischen dem Messeplatz Max Wille und dem Wohnhaus nördlich des MDR-Landesfunkhauses.

Es gehört nicht zum geschützten Bereich des Magdeburger Rotehornparks und umfasst derzeit im Wesentlichen Kleingärten und ungenutzte Flächen. Nach dem Bau des Landesfunkhauses hatte die Stadt Magdeburg die Idee, hier einen Medienstandort zu entwickeln. Doch dieses Vorhaben gilt als gescheitert.

Die MWG und die Wobau möchten auf dem Areal mehrgeschossige Wohnhäuser entstehen lassen. In einem gemeinsamen Schreiben von Wobau-Geschäftsführer Peter Lackner und MWG-Vorstand Thomas Fischbeck an den Baubeigeordneten Dieter Scheidemann heißt es: „Bei der Durchsicht des Rahmenplanes haben wir festgestellt, dass insbesondere im Norden, auch bedingt durch die Verlängerung der Strombrücke, neue Entwicklungsflächen entstehen.“ An dieser Entwicklung wolle man mitwirken.

Die Stadtverwaltung hat jetzt für den Stadtrat eine Beschlussvorlage erarbeitet, anhand der ein entsprechendes Verfahren zur Bebauung angeschoben würde. Eingegrenzt wird das Gelände durch die Stadtparkstraße, den Kleinen Stadtmarsch und die Linie entlang einem Weg in bislang ungenutztes Gebiet.

Angesichts der Tatsache, dass es sich bei dem Gelände um hochwassergefährdetes Gebiet handelt, hatte Thomas Fischbeck von der MWG bereits auf gute Erfahrungen seines Unternehmens auf der anderen Seite der Zollbrücke verwiesen: Auf dem Werder hat die Genossenschaft Gebäude mit einem sogenannten Opfergeschoss errichtet, welches als Stellfläche für Autos genutzt wird, die im Hochwasserfall schnell geräumt und überflutet werden kann.

Unabhängig von technischen Finessen für eine künftige Bebauung hat sich kurz nach dem Bekanntwerden der Idee bereits der SPD-Ortsverein Ostelbien zu Wort gemeldet. Unter anderem fordert dieser, dass besonders hochwertige und innovative Architektur in einem grünen Umfeld zum Einsatz kommen müsse, und dass mindestens ein Fünftel der Wohnfläche mit höchstens 5,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter angeboten werden solle. Außerdem müsse es Ausgleichspflanzungen auf dem Werder geben. Wichtig sei auch eine gütliche Einigung mit den Kleingärtnern auf dem Gelände.

Bevor der Stadtrat am 22. Februar 2018 über den Fortgang des Vorhabens entscheidet, sollen sich zunächst am 13. Februar der Umweltausschuss und am 15. Februar der Bauausschuss zum Thema positionieren. Der Baubeginn für das Vorhaben solle nicht vor Fertigstellung des Strombrückenzuges erfolgen, so die Stadtverwaltung. Mit dieser ist nicht vor 2020 zu rechnen.