Magdeburg l Es ist für Otto-Normal-Bürger nicht immer nachvollziehbar. Obwohl die Polizei in Magdeburg nach einer Brandstiftung einen 22-jährigen polizeibekannten Mann als Täter ermitteln konnte, wurde dieser wieder entlassen. Was war geschehen? Und wie kann das sein?

Am Sonnabendmorgen gegen 1.40 Uhr soll der Mann in der Wilhelm-Kobelt-Straße ein geparktes Motorrad in Brand gesetzt und dadurch zerstört haben. Durch die Hitze seien laut Polizei auch zwei Autos sowie die Fassade eines Mehrfamilienhauses leicht beschädigt worden. In der Nähe des Tatorts konnte der 22-Jährige als Täter ermittelt werden.

Nach Volksstimme-Informationen handelt es sich bei dem Mann um jenen mutmaßlichen Täter, der zuvor schon mehrfach aufgefallen war, weil er unter anderem in Magdeburg-Stadtfeld und in der Altstadt immer wieder Mülltonnen und auch Sonnenschirme angezündet hatte. Auch in diesen Fällen wurde er meist vor Ort angetroffen. Die Taten konnten ihm teilweise nachgewiesen werden, erklärte damals die Polizei gegenüber der Volksstimme. Allerdings gilt das Anzünden von Mülltonnen "nur" als Sachbeschädigung durch Brand. Das Delikt ist damit zu gering, um einen Wiederholungstäter festzunehmen und U-Haft anzuordnen, erklärte einst Staatsanwalt Armin Gebauer auf Volksstimme-Nachfrage.

Anders sieht das bei Fahrzeugen aus. Mit dem Anzünden des Motorrads sei nun erstmals ein Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung und nicht wegen Sachbeschädigung eingeleitet worden. Eine Wiederholungsgefahr konnte dem Mann damit noch nicht nachgewiesen werden. Deshalb sei er nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen worden.