Magdeburg l Am Morgen des Karfreitags 2019 stand eine immense Rauchsäule über dem Norden von Magdeburg, die kilometerweit zu sehen war. Die 700 Quadratmeter große Lagerhalle des Baugeräteverleihs Boels stand vollkommen in Flammen. Über 100 Kameraden aus allen Feuerwehren der Stadt kämpften gegen diese an, die Halle konnten sie jedoch nicht mehr retten. Seitdem zeugte ihre Ruine an der Ecke Ebendorfer Chaussee/Silberbergweg von dem verheerenden Großbrand.

Doch nun ist auch sie Geschichte. Seit Dienstag hat ein Bagger das weggerissen, was das Feuer übrig gelassen hatte. „Spätestens Mitte kommender Woche sollen die Abrissarbeiten beendet sein“, sagt Martin Witte, Gebietsleiter des niederländischen Unternehmens, der vor Ort in Magdeburg seinen Sitz hat. „Und dann geht es direkt mit hochgekrempelten Ärmeln an den Neubau“, erklärt er.

Bezug im Herbst 2020

Die Absprachen dazu mit der Stadt hatten einige Zeit beansprucht, außerdem hatte die Versicherung ein Wort mitzureden, weshalb die Ruine bis jetzt stehengeblieben war. Doch nun soll es zügig vorangehen. Dennoch rechnet er damit, dass die neue Halle frühestens im Herbst 2020 bezogen werden kann. Bis dahin kann das Unternehmen aber an seinem Ausweichstandort am ehemaligen Toyota-Autohaus im Silberbergweg bleiben, sagt Witte. Dorthin war man mit dem gesamten Fuhrpark wenige Wochen nach dem Brand umgezogen.

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Zuvor waren bereits jene Fahrzeuge oder Baugeräte, die bei dem Feuer in der Lagerhalle zerstört worden waren, aus anderen Filialen oder von der Zentrale nach Magdeburg geliefert worden, um den Betrieb so schnell wie möglich wieder zum Laufen zu bringen. „Dadurch waren wir nur ein bis zwei Tage gar nicht handlungsfähig“, sagt Martin Witte.

Schon innerhalb von zwei Wochen waren alle Geräte und Maschinen ersetzt und der Betrieb konnte ohne größere Probleme weitergehen – zunächst in einem Bauwagen neben der Ruine, dann im Ausweichquartier.

Das Geschäft lief so gut, dass es über diesen Sommer sogar noch wachsen konnte, wie der Gebietsleiter weiter berichtet. Angesichts der widrigen Umstände und Einschränkungen eine positive Entwicklung, findet er.

In den Neubau der größeren und moderneren Halle wird ein „deutlicher Millionenbetrag“ investiert, sagt Martin Witte. Der Schaden durch das Feuer soll bei drei Millionen Euro gelegen haben. Zum Unternehmen gehören derzeit acht Mitarbeiter. Der Standort mit der alten Halle wurde vor neun Jahren eröffnet.

Die Brandursachenermittler der Polizei hatten damals einen technischen Defekt ausgemacht, der das Feuer ausgelöst haben soll.