Magdeburg l Von einem Wald zu sprechen, wäre vielleicht übertrieben. Aber das sich selbst überlassene Grundstück der einstigen Gartensparte Tillys Höhe in Magdeburg ist inzwischen ein uriges Gelände geworden, das durchaus seinen Reiz hat.

Fast fühlt man sich an einen Dschungel erinnert, wenn man sich auf schmalen Pfaden zwischen ausgeprägter und meterhoher Kraut-, Busch- und Baumschicht seinen Weg durch das Gelände bahnt. Mitglieder des Vereines Bürger für Stadtfeld hatten sich dort getroffen, um sich einen Eindruck von dem Gelände zu verschaffen.

Umweltamt äußert Bedenken

Hintergrund ist, dass das Gebiet als Bauland erschlossen werden soll. Zwar hatte das Umweltamt der Stadt Magdeburg starke Bedenken zur Rodung des Geländes geäußert, weil es sich um eines der letzten Grünflächenabschnitte in dem Bereich handelt. Den Bedenken war der Stadtrat jedoch nicht gefolgt.

Bilder

Der Bebauungsplanentwurf, der Voraussetzung ist, damit auf dem Gelände überhaupt etwas Neues errichtet werden kann, wurde im August 2018 im Stadtrat beschlossen und wird nun ausgelegt. Dazu können alle Interessenten noch einmal eine Stellungnahme abgeben, die dann von der Verwaltung und dem Stadtrat noch einmal behandelt werden muss.

Garagen sollen ebenfalls weg

Auch der Verein Bürger für Stadtfeld möchte sich positionieren, kehrte allerdings zunächst etwas unschlüssig aus dem verwilderten Gelände zurück, in dem auch allerhand Unrat lagert. Weichen müssten dann auch die Garagen auf dem Gelände.

Stadtratsmitglied Klaus Kutschmann: „Ein Erhalt der Grünfläche wäre wünschenswert, allerdings müsste ein gewisses Maß an Ordnung einkehren.“ Er könnte sich vorstellen, dass der vordere Bereich des Grundstücks freigegeben wird, der hintere Bereich erhalten bleibt. Auch zum Schutz von Insekten wäre dies wünschenswert, da waren sich die Anwesenden einig.

Vorschlag: Neue Gehölze pflanzen

Der hinzugebetene Landschaftsplaner Wolfram Westhus meinte, man könnte dort auch neue Gehölze pflanzen, so dass, wenn die Obstbäume irgendwann eingehen, ein neuer Wald entstanden ist.

Inzwischen wurde auch eine Online-Petition gestartet.