Magdeburg l Wie muss das perfekte Hausboot aussehen? Zusammen mit der Magdeburger Haus-und-Boot-Manufaktur mit Sitz am Wissenschaftshafen haben sich Studierende der Otto-von-Guericke-Universität in den vergangenen Monaten mit dieser Frage beschäftigt. Den Rahmen für diese Fallstudie bot das Forschungsprojekt Smart.

Am Freitag haben Kathleen Koziolek, Margarete Ehrhorn, Dennis Schlünzen und Caroline Ziesmann die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentiert. Herausgekommen ist das Hausboot Beluga, das Platz für bis zu vier Personen bieten soll – und das tatsächlich in Produktion gehen soll.

Caroline Ziesmann berichtet während der Präsentation in der Universitätsbibliothek, dass zunächst 95 Menschen befragt wurden. Darunter waren 54 Nutzer von Hausbooten und 41 Vermieter. Das Ergebnis: Die Menschen möchten einen höheren Freizeitwert für das Hausboot.

Mit Tablet und Angelausstattung

Neben einem Schlafraum für zwei Personen mit einem Panoramafenster am Heck schlägt die Gruppe vor, auf dem Dach über diesem eine feste Sonnenliege zu installieren. Eine weitere Idee, die es so bislang auf kaum einem Hausboot gibt, ist der integrierte Basketballkorb. Der würde sogar so positioniert werden können, dass die Nutzer des Bootes ihre Körbe bei einem erfrischenden Bad aus dem Wasser heraus werfen könnten. Oder die Idee, wie man eine Angel befestigen und als besondere Ausstattung des Bootes einbringen kann, spielt in dem Entwurf für Beluga eine Rolle. Platz für ein aufblasbares Boot oder Klappfahrräder ist ebenfalls vorgesehen. Dennis Schlünzen berichtet: „Und dann gibt es da noch das Tablet.“ Dieses soll ebenfalls zur Ausstattung gehören und soll unter anderem mit Gewässerkarten und Tutorials zum Beispiel zum Ab- und Anlegen oder zu Schleusenfahrten bestückt sein. „Das ist gerade für die gut, die bei der Einweisung nicht aufgepasst haben“, sagt der Student.

Neben den Anforderungen an die Ausstattung ging es in der Fallstudie auch ums Äußere des Bootes. Neben dem Beluga gab es auch Konzepte unter dem Titel Skalar, Krill und Manta, die teilweise auf Kosten der Terrasse mehr Platz im Innenbereich geboten hätten. Kathleen Koziolek: „Beim Beluga-Modell ging es auch um unterschiedliche Farbvarianten.“ Dunklere Farbtöne waren da ein Thema, ebenso wie die Idee, einige Teile in einer Holzoptik anzubieten oder die Fenster voll zu verspiegeln.

Neue Idee zur Erweiterung der Produktion

Margarete Ehrhorn erläutert, dass sich die Investition für eine Erweiterung der Produktionskapazitäten für sechs Belugaboote im Jahr bereits nach vier bis fünf Jahren auszahlen kann.

Das sehen auch Andre Becker und Robert Naumann, die die Manufaktur betreiben, so. Andre Becker jedenfalls sagt: „Wir möchten mit diesem Konzept eine Möglichkeit schaffen, dass auch Vermieter von Hausbooten, die gern gleich mehrere der Wasserfahrzeuge bestellen, bedient werden können.“ Bislang hatten die Magdeburger vornehmlich auf den individuellen Bau von Booten genau nach den Vorgaben der Kunden gesetzt.

Übrigens: Neben den vier, die das Projekt gestern präsentiert haben, waren weitere Studentinnen und Studenten an der Arbeit beteiligt. Aus dem technischen Bereich waren dies Johannes Theuer, Lynn Bornholdt, Johanna Petzold, Marina Savateeva, Andreas Kraft, Fan Hu und Kim-Eyleen Röhrs, aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Bereich Elena Herzen, Leonie Kröl und Torben-Dean Weisspflug.