Magdeburg l Handball, Volleyball, Basketball - per Knopfdruck von einem Liniensystem zum anderen. Ein Hightech-Boden aus Glas macht’s möglich. Im Zuge einer Sanierung und Modernisierung der Getec-Arena plant die Stadt Magdeburg eines der innovativsten Sportbodensysteme der Welt zu verlegen - einen Glasboden, unterlegt mit Millionen LEDs.

Der Einbau des Glasbodens ermöglicht nicht nur die Darstellung verschiedener Spielfeldmarkierungen für diverse Sportarten, ohne den Sportboden wie bisher individuell auslegen zu müssen. Auch bei anderer Nutzung, wie Konzerte oder kulturelle Angebote, müsse er nicht mehr zum Schutz abgedeckt werden, heißt es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat.

Elastischer als Parkettböden

Solch ein Boden ist bereits in über 30 Sportstätten verbaut worden, darunter auch in der Ballarena Dresden und der Tui-Arena in Hannover. Er sei elastischer und flexibler als Kunststoff- oder Parkettböden, gibt der Hersteller „ASB GlassFloor“ an. Die Oberfläche des Sicherheitsglases sei mit einer Ätzung versehen, die die notwendige Rutschhemmung erzeugt und eine Lichtspiegelung verhindert.

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Der Hersteller bietet den Boden in zwei Ausführungen an - in der Premiumvariante „ASB LumiFlex“, bei der die gesamte Bodenfläche illuminiert werden kann, und in der Standard-variante „ASB MultiSports“ mit Markierungslinien und Bildschirmen. Für Magdeburg ist Letzteres vorgesehen. Aus Kostengründen, wie Steffen Schüller, Geschäftsführer der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg (MVGM) sagt. Doch die Investition lohne sich. Ohnehin stehe die Sanierung des Hallenbodens in den nächsten Jahren bevor. Ein normaler Sportboden koste etwa 400.000 Euro. Der Einbau des LED-Glasbodens kostet etwa eine Million Euro.

Anbau mit Veranstaltungssaal geplant

Neben dem Einbau des illuminierten Glasbodens ist auch eine Erweiterung der Getec-Arena geplant. Ein Anbau soll neue Räume in der Gesamtgröße von etwa 700 Quadratmetern schaffen. Hauptbestandteil sei ein multifunktional nutzbarer Saal mit einer Besucherkapazität von maximal 400 Personen. Weiterhin sollen im Zuge der Baumaßnahmen die vorhandenen sanitären Einrichtungen, technischen Nebenräume sowie gastronomische Publikumsangebote erweitert werden.

„Die Halle ist damals als reine Sporthalle gebaut worden“, erklärt Schüller. Bei der Nutzung als Veranstaltungslocation für Konzerte und andere Events stoße man daher immer wieder an Grenzen. Räume für einen Organisationsstab, die Presse, Künstler-Backstage-Bereiche fehlen. Das sei zum Beispiel bei den Tischtennis-German-Open im März wieder deutlich geworden. Auch die Räumlichkeiten der gastronomischen Versorgung, die an zwei Tresen stattfindet, sei bei Großveranstaltungen grenzwertig.

Stadt muss 3,1 Millionen Euro aufbringen

Die Getec-Arena ist die größte Sporthalle Sachsen-Anhalts. Auch im kulturellen Bereich habe sie überregionale Bedeutung erlangt. Durch die angestrebten baulichen Veränderungen sowie die Erneuerung der technischen Infrastruktur soll die Getec-Arena multifunktionaler und damit zukunftsorientierter gestaltet werden. Grob werden die Kosten für die Baumaßnahmen auf 5.687.500 Euro geschätzt.

55 Prozent davon, also 3.128.125 Euro muss Magdeburg selbst aufbringen. Sie sollen in Jahresscheiben bis 2025 erbracht werden. 45 Prozent, also 2.559.375 Euro, sollen aus Fördermitteln des Bundesprogrammes „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“, das erneut Mittel für die Sanierung kommunaler Einrichtungen bereitstellt, abgerufen werden. Der Antrag hierzu sei bereits eingereicht.

Der Stadtrat muss sich nun am 21. Januar 2021 zu dem Projektvorhaben bekennen und einen Grundsatzbeschluss zur infrastrukturellen Verbesserung und qualitativen Aufwertung der Getec-Arena fassen. Zuvor wird das Großprojekt in den Ausschüssen diskutiert.