Magdeburg l Sie war jahrelang in den Schlagzeilen wegen vieler Streitigkeiten – nun wird gebaut. Für die neue Förderschule verfestigen Bauarbeiter Fundamente und schwere Bagger den Boden. Noch sind nicht alle Fragen geklärt, aber ab 2020 sollen 150 Förderschüler nach langem Warten endlich genügend Platz zum Lernen haben.

Wer sich in Olvenstedt etwas auskennt, wird angesichts der Baustelle im Roggengrund möglicherweise den Kopf schütteln. Denn genau da, wo jetzt Erdarbeiten für den Unterbau der künftigen Förderschule ausgeführt werden, standen schon einmal Schulen. Doch im Zuge von sinkenden Schülerzahlen und dem Rückgang von Einwohnern wurden hier im Roggengrund an dieser Stelle eine Grund- und eine Sekundarschule vor Jahren stillgelegt und abgerissen. Insofern steht also die künftige Förderschule schon auf „geweihtem“ Boden, was Lernspaß und Lebenslust unterm Schuldach angehen.

Platz für 150 Kinder

Verzögern sich die Bauarbeiten nicht, können hier im Roggengrund ab 2020 rund 150 Kinder mit körperlichen Behinderungen in einer Förderschule so lernen, wie es moderne Anforderungen verlangen. Genau das ist am alten Standort am Fermersleber Weg nicht gegeben. Dort reichen sowohl die Räume als auch deren Zustand nicht für angemessene Lernbedingungen aus.

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Das hatten Lehrer, Schüler und Eltern schon längst erkannt. Doch Kinder, Lehrer und Eltern wurden Opfer von Zuständigkeiten. Weil in der Schule nicht nur Kinder aus Magdeburg, sondern auch aus dem Umland lernen, war lange Zeit unklar, ob und wer einen Schulneubau und den Betrieb mitfinanziert. Dieser Streit hatte sich Jahre hingezogen und ist nun fast vollständig beigelegt, und eine Lösung naht. „Wir sind mit den drei umliegenden Landkreisen zu Fragen der Finanzierung ihres Anteils noch in Gesprächen“, sagte Stadtsprecher Michael Reif auf Anfrage der Volksstimme.

Eine Million Euro zahlt Magdeburg

Unabhängig davon wurde mit dem Bau begonnen. 8,6 Millionen Euro betragen die Kosten für den förderfähigen Anteil, der vom Land Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt wird. Rund eine Million Euro zahlt die Stadt Magdeburg. Gebaut wird eine zweizügige Schule mit Klassenstufen 1 bis 10 in vier Bauabschnitten: linker und rechter Teil, Querriegel und die Sporthalle.

Außen wird es zudem eine Laufbahn und eine Weitsprunggrube geben. Außerdem sind Aufstellplätze für die Fahrdienste der Schüler und Parkflächen für die Autos der Lehrer vorgesehen. Das pädagogische Konzept ist auf eine offene Ganztagsschule ausgerichtet. Der Umzug der Schüler und Lehrer ist in den Winterferien 2020 geplant. Dann sollen rund 100 Kinder aus Magdeburg und etwa 50 aus den umliegenden Landkreisen einen modernen und ihren Bedürfnissen entsprechenden Lernort vorfinden.

Grundsteinlegung am 14. März 2018

Alles in Butter also? Nicht ganz: Ende 2017 musste die Stadt als Bauherr knapp 400.000 Euro Zusatzkosten anmelden. Auslöser seien Auflagen vom Bau-Management des Landes Sachsen-Anhalt und Ergebnisse der Ausschreibung, so Stadtsprecher Michael Reif weiter.

Dass das die Stimmung beim ersten offiziellen Termin an der künftigen Schule drücken wird, ist nicht zu erwarten. Am 14. März 2018 wird Grundsteinlegung gefeiert. Die Freude, dass es nun endlich losging, dürfte bei künftigen Schülern und ihren Eltern sowie Lehrern den Ärger über die Kostensteigerung überstrahlen.