Magdeburg l „Wir haben sie selbst noch gar nicht gesehen“, versichert Rollandy Horvath. Auch der Geschäftsführer der Grundtec Bauregie GmbH wird die Ideen der Architekten für die Bebauung der Ostseite des Magdeburger Uniplatzes erst bei der öffentlichen Präsentation im Rathaus Magdeburg sehen und muss sich bis dahin in Geduld üben. Das sei für den ausgelobten Wettbewerb so vorgesehen, sagt er.

Das Magdeburger Unternehmen, das derzeit mit Altstadt-Krankenhaus und alten Elbspeichern im Wissenschaftshafen schon zwei Großprojekte im Bau hat, hatte das 10.500 Quadratmeter große Areal zwischen Uniplatz und Einmündung Weitlingstraße 2017 erworben.

Architektenwettbewerb für Platz

Zuvor hatte die Stadt Magdeburg jahrelang vergeblich versucht, einen Investor zu finden. Ein vorhergehender Verkaufsversuch war u. a. an der vielfachen Kritik an den vorgelegten Bebauungsentwürfen gescheitert. Eine Bedingung im Kaufvertrag mit der Grundtec war deshalb der nun endende Architektenwettbewerb.

Gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt habe man die Büros dafür ausgewählt. Dabei wurden bewusst keine aus der Region angesprochen. „Wir wollten einen neuen Blick von außen haben“, sagt Horvath. Alle zehn Büros hätten direkt zugesagt, was für die Attraktivität des Projekts spreche.

Jury wählt Entwurf aus

Eine Wettbewerbsjury – zu der u. a. Getec-Chef Karl Gerhold, deren Tochter die Grundtec ist, Vertreter der Stadtverwaltung und des Gestaltungsbeirates sowie Horvath selbst gehören – wird am Tag nach der Präsentation zusammenkommen und den Gewinnerbeitrag auswählen. Dabei könne es auch sein, dass zwei Entwürfe ausgewählt werden, so Horvath.

Wettbewerbsaufgabe war eine Neubebauung „mit einer architektonisch und städtebaulich hochwertigen, eigenständigen Bebauung für einen vielfältigen Nutzungsmix“. „Gewünscht ist ein Highlight, das Neugier erzeugt“, meint er. Auch ein Brückenschlag zur nördlich anschließenden Universität war ein städtebaulicher Wunsch.

Magdeburger Areal soll entwickelt werden

Und nicht nur das: Für die östlich anschließenden Flächen zwischen Weitlingstraße und Gustav-Adolf-Straße sollten ebenfalls Ideen entwickelt werden, wie dort eine ergänzende Bebauung aussehen könnte. „Alles andere hat keinen Sinn“, sagt Rollandy Horvath und macht keinen Hehl daraus, dass er gerne das gesamte Areal entwickeln würde.

Schließlich sollten auf Wunsch der Stadt Magdeburg auch noch Ideen für den Vorplatz des Theaters eingereicht werden.

Magdeburger werden eingebunden

Damit diese für die Stadtentwicklung wichtige Entscheidung nicht hinter verschlossenen Türen fällt, sollen die Magdeburger mit der öffentlichen Vorstellung in den Prozess eingebunden werden. Alle Interessierten sind deshalb eingeladen, sich am Vorabend der Jurysitzung die anonymisierten Entwürfe anzuschauen und ein Votum abzugeben, das der Jury mitgeteilt wird.

Die Präsentation findet am Montag, 12. November, von 18 bis 21 Uhr im Franckesaal des Alten Rathauses statt. Der Abend wird moderiert und muss zur Sicherstellung des Verfahrensrechts unter gewissen Spielregeln durchgeführt werden. So dürfen keine Fotos von den Modellen und Visualisierungen gemacht werden. Nach der Entscheidung werden aber alle Entwürfe öffentlich ausgestellt. Unter optimalen Bedingungen könnte die Bebauung dann 2020 starten.