Magdeburg l Entwicklungen in Sachen Universitätsplatz Magdeburg: Die Stadt hat ihr Grundstück auf der Ostseite des Platzes wieder ausgeschrieben. Die offizielle Bewerbungsfrist für interessierte Käufer endete vor wenigen Tagen. Die Volksstimme fragte bei Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra nach, wie das Ergebnis aussieht.

Viel verrät sie allerdings nicht. Sie bestätigt nur, dass mehrere Kaufangebote für das gut 10.500 Quadratmeter große Areal beim Liegenschaftsamt eingegangen sind. Wie viele Bewerber es genau sind, will sie jedoch nicht sagen.

Angebote der Investoren werden gesichtet

Die Stadtverwaltung Magdeburg sichtet nun die einzelnen Angebote der potenziellen Investoren. Anschließend werden die Ergebnisse dieser Prüfung in eine Beschlussvorlage gegossen. Über diese wird der Stadtrat, nachdem sie die Dienstberatung des Oberbürgermeisters und die zuständigen Ausschüsse durchlaufen hat, in nichtöffentlicher Sitzung frühestens im Mai 2017, spätestens im Juni abstimmen, erklärt Kerstin Kinszorra weiter.

Seit mittlerweile neun Jahren versucht die Stadt das Grundstück an den Mann oder die Frau zu bringen, denn am 13. März 2008 hatte der Stadtrat den Auftrag dazu per Beschluss erteilt. Eigentlich ein verlockendes Angebot in bester Innenstadtlage, hatte sie damit bislang aber jedoch noch kein Glück.

Drei potenzielle Investoren 2016

Auf eine erste europaweite Ausschreibung hin hatte es keine passenden Angebote gegeben. Vor zwei Jahren meldeten dann jedoch gleich drei Käufer ihr Interesse an und legten schließlich im Februar 2016 ihre Ideen für eine Bebauung der Ostseite des Uniplatzes im Verwaltungsausschuss vor.

In die engere Wahl kamen die Entwürfe zweier Immobilienfirmen aus Berlin und Hameln, wobei das Projekt aus der Hauptstadt den Segen der Stadtverwaltung bekommen sollte. Ein fünf- bis siebengeschossiges Gebäude mit Einzelhandel und Gastronomie sowie Hotel, Studentenwohnungen und öffentlicher Tiefgarage war als millionenschwere Investition geplant.

Heiße Debatte in Magdeburg

Die nichtöffentliche Drucksache gelangte durch die Volksstimme an die Öffentlichkeit und sorgte für ein großes Echo. Die Magdeburger diskutierten heiß über die beiden Entwürfe, ebenso im Stadtrat und im Gestaltungsbeirat wurde eifrig debattiert. Schlussendlich wurde einmütig entschieden, dass für den Entwurf zusätzlich ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt werden soll, der auch das unmittelbare Umfeld des Uniplatzes mit einbezieht.

Dies lehnte der Bewerber aber ab, der eigentlich im Bieterverfahren den Zuschlag erhalten hätte, u. a. weil er ihn aus eigener Tasche hätte bezahlen müssen. Daraufhin beendete die Verwaltung kurzerhand die Verhandlungen, machte Tabula rasa und schrieb den Platz erneut aus.

Wettbewerb festgeschrieben

Bei der neuerlichen Ausschreibung war der städtebauliche Wettbewerb auf Kosten des Käufers nun explizit festgeschrieben.