Magdeburg l „Die Wege werden für die Patienten kürzer“, bringt Dr. Lars C. Zimmermann den Vorteil des neuen medizinischen Zentrums in der Magdeburger Innenstadt auf den Punkt. Mit seiner „GastroPraxis“, die derzeit zwei Magdeburger Standorte in Nord und Stadtfeld hat, will er voraussichtlich Ende 2019 in das ehemalige Altstadt-Krankenhaus ziehen. Im Juli 2018 wurde der Mietvertrag für 500 Quadratmeter in dem Altbau an der Otto-von-Guericke-Straße unterschrieben.

Ihm gleich hat es Dr. Hendrik Kröning getan, der mit seinen Kollegen aus der Schwerpunktpraxis für Hämatologie und Onkologie vom Hasselbachplatz in das künftige Altstadt-Quartier ziehen wird. Für ihn ist es eine Rückkehr, hat er doch dort vor 15 Jahren seine Ausbildung zum Onkologen abgeschlossen, wie er erzählt. Er wird 700 Quadratmeter im früheren Gebäude G nutzen. Beide heben die dort geplante Vielzahl von Fachrichtungen als ausschlaggebend vor.

Weitere Ärzte ziehen in neues Quartier

Nach Angaben von Andreas Ache, der die Entwicklung des Quartiers für die Magdeburger Grundtec Bauregie GmbH betreut, sind beide die größten Praxen ihrer jeweiligen Fachrichtung in Magdeburg. Und sie werden nicht die einzigen sein. Denn es stehen in den Gebäuden D bis G weitere gut 5000 Quadratmeter zur Verfügung, die ebenfalls für medizinische Zwecke genutzt werden sollen, wie er erklärt. Dafür gebe es bereits Vorverträge mit weiteren Facharztpraxen sowie einer Tagesklinik. „Bis zum Ende des Sommers wird der gesamte Bestand vermietet sein“, gibt Ache das Ziel aus.

Bilder

Durch die Kombination der verschiedenen Fachrichtungen an einem Ort wird sich die Patientenversorgung verbessern, ist sich Lars Zimmermann sicher. Die Wartezeit auf Untersuchungen wie eine Magen-Darm-Spiegelung würden sich verkürzen, weil bis zu drei Ärzte einen Endoskopieraum nutzen werden. Zudem seien die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und die Parkplätze am Haus optimal.

Enge Zusammenarbeit der Ärzte

In der Onkologiepraxis sind die Patientenzahlen stetig gestiegen, wie Hendrik Kröning berichtet. Weil am Hasselbachplatz mittlerweile mehrere Wohnungen über zwei Etagen angemietet werden mussten, waren die Praxisabläufe erschwert. „Mit dem Standortwechsel in das Altstadt-Quartier wird ein moderner medizinischer Standard, wie er heute gefordert wird, möglich“, sagt er. Auch er betont den Vorzug der engen Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen am selben Standort, was für die erfolgreiche Behandlung von Tumorpatienten eine wichtige Voraussetzung sei.

Laut Andreas Ache laufen in den Bestandsgebäuden die Abbruch- und Entkernungsmaßnahmen, der Bauantrag zum Umbau ist eingereicht.

Wohnungen und Hotel geplant

Jahrelang hatte es vergebliche Bemühungen der Stadt Magdeburg gegeben, das gut 20.000 Quadratmeter große Areal des Altstadt-Krankenhauses zu verkaufen. Vor zwei Jahren hatte schließlich die Grundtec den Zuschlag erhalten. Neben dem medizinischen Schwerpunkt wird an der Seite zur Julius-Bremer-Straße ein Hotel der Ibis-Styles-Kette errichtet (geplante Eröffnung frühestens Ende 2019). Außerdem sind in weiteren Neubauten Wohnungen und Büros geplant. Über 20 Millionen Euro werden bis 2021 investiert.