Magdeburg l Damit ab dem 16. Dezember 2020 erstmals planmäßig Straßenbahnen über die neue Trasse in Magdeburg rollen können, muss sie mitsamt dem neuen Gleisdreieck im Kreuzungsbereich Warschauer Straße/Schönebecker Straße an das bestehende Gleisnetz angeschlossen werden. Dazu ist laut MVB-Sprecher Tim Stein eine sechstägige Sperrung notwendig. Unter anderem müsse im Bereich Bleckenburg-/Budenbergstraße die Bauweiche des bisherigen eingleisigen Straßenbahnbetriebs ausgebaut, der Gleisunter- und -oberbau zum Anschluss an den Bestand realisiert, die Fahrbahn am Bauende (Höhe Buckauer Engpass) ergänzt und die Bespannung der Fahrleitung – inklusive Rückbau von Maststandorten – geändert werden, so ein Auszug aus dem Aufgabenkatalog, der in dieser Zeit abzuarbeiten ist.

Läuft dann auch noch die Betriebsabnahme beispielsweise mit bautechnischer Abnahme und Testfahrten erfolgreich, dürfte es auch ein Aufatmen bei den Bewohnern sowie in Buckau ansässigen Geschäfts- und Gewerbetreibenden geben. Denn dann wird der Straßenzug Warschauer Straße auch für den motorisierten Verkehr freigegeben, so Tim Stein. Der Abschnitt von der Dodendorfer Straße und dem Bauende Bleckenburg-/ Budenbergstraße über die Warschauer Straße einschließlich der Kreuzung Porsestraße kann dann wieder genutzt werden.

An der Einmündung Warschauer Straße/Schönebecker Straße in Höhe des Aldi-Marktes befindet sich stadtauswärts eine Baustelle der Städtischen Werke Magdeburg (SWM). Stein: „Hier erfolgt die Führung des Autoverkehrs temporär über den Gleisbereich.“ Derzeit ist es für Fahrzeuge noch nicht möglich, Buckau von der Dodendorfer Straße aus zu erreichen oder in entgegengesetzter Richtung den Stadtteil zu verlassen. In entgegengesetzter Richtung war zwar zwischenzeitlich schon eine Freigabe erfolgt, derzeit ist die Fahrspur in Richtung Dodendorfer Straße wieder gesperrt. Bei einigen Autofahrern sorgt diese Änderung für Irritationen – nicht wenige fahren fälschlicherweise in den Baustellenbereich, wie zu beobachten ist.

Blick in die Schönebecker Straße

Die Arbeiten zwischen Einmündung Warschauer Straße und dem Bauende in Höhe Bleckenburg-/Budenbergstraße werden zur Inbetriebnahme der neuen Trasse am 16. Dezember bis auf die SWM-Baustelle am Aldi-Markt „weitgehend abgeschlossen sein“, so Stein. Die Schönebecker Straße wird demnach im letzten Bauabschnitt zwischen Einmündung Warschauer Straße (Messma-Lofts) und Benediktinerstraße für die Aufrechterhaltung der Erreichbarkeit für die Anlieger in zwei Teilabschnitten umgebaut und die neue barrierefreie Haltestelle „Benediktinerstraße/Gesellschaftshaus“ eingerichtet.

Ende 2021 wird im Rahmen der Fertigstellung des Abschnittes Warschauer Straße bis Benediktinerstraße „die gesamte Fahrleitung in der Schönebecker Straße in Endlage“ errichtet. Kleiner Wermutstropfen: Dazu ist laut Tim Stein in der Schönebecker Straße unmittelbar vor Eröffnung des letzten Streckenabschnittes noch einmal eine Vollsperrung der Straßenbahnstrecke für einige Tage notwendig.

Mit der in drei Wochen geplanten Streckenfreigabe löst sich ein erster Knoten, den das Großprojekt 2. Nord-Süd-Verbindung der MVB, in das der Trassenbau in der Raiffeisenstraße und Warschauer Straße eingebettet ist, vor zwei Jahren geschnürt hat. Damals ist zunächst ein Teilabschnitt der Warschauer Straße komplett und die Schönebecker Straße dann zunächst halbseitig gesperrt worden, was die Erreichbarkeit von Wohnquartieren in Buckau einschränkte und zu jeder Menge Kritik führte.

Leitungsarbeiten erschwerten Bauarbeiten

Es seien im Vorfeld der Gleisbauarbeiten umfangreiche Tiefbauarbeiten zur Erneuerung beziehungsweise Um- und Neuverlegung von Ver- und Entsorgungsleitungen erforderlich gewesen, welche sehr zeitintensiv und für die Abfolge der Arbeitsabläufe bestimmend seien, so der Sprecher der Verkehrsbetriebe. „Während der Bauarbeiten musste der Straßenbahnverkehr immer gewährleistet werden“, nennt Tim Stein ein Beispiel. Ebenso sei die fußläufige Erreichbarkeit aller Anlieger im Bauabschnitt erforderlich. Aus diesen Gründen hat sich eine starke Zergliederung der Baubereiche ergeben. Stein: „Die Möglichkeit, Großmaschinen einzusetzen, ist daher nahezu ausgeschlossen.“