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Familie in der Krise „Systemsprenger“ in Magdeburg: Was hinter dem eskalierenden Verhalten steckt

Sie gelten als „Systemsprenger“ – doch gesprengt haben diese Kinder nicht das System. Magdeburgs Sozialbeigeordneter Ingo Gottschalk erklärt, warum hinter eskalierendem Verhalten meist fehlende Bindung, überforderte Familien und ein Hilfesystem stehen, das zu spät greift.

Von Karolin Aertel 16.02.2026, 16:45
Wenn Bindung fehlt, wird Verhalten laut. In Magdeburg kümmert sich die Jugendhilfe im zwölf extrem verhaltensauffällige KInder und Jugendliche – sogenannte „Systemsprecher“.
Wenn Bindung fehlt, wird Verhalten laut. In Magdeburg kümmert sich die Jugendhilfe im zwölf extrem verhaltensauffällige KInder und Jugendliche – sogenannte „Systemsprecher“. Symbolfoto: imago/Westend61

Magdeburg. - Sie werden als „Systemsprenger“ bezeichnet. Ein hartes Wort für Kinder und Jugendliche, die zu laut, zu wütend, zu verletzend geworden sind – für sich selbst und für andere. Magdeburgs Sozialbeigeordneter Ingo Gottschalk vermeidet diesen Begriff. Er spricht lieber von „besonders herausfordernden jungen Menschen“. Nicht aus sprachlicher Rücksicht, sondern aus Überzeugung. Denn das Problem liegt für ihn nicht beim Kind – sondern in einer Gesellschaft, die auf neue Belastungen mit alten Strukturen reagiert.