Magdeburg l Fast überall wo Rashid Ayoub unterwegs ist, wird er fotografiert – von Fremden. Das ist allerdings kein Wunder: Schließlich folgt ihm sein Papagei überall hin. Ob auf der Schulter thronend, hängend an seiner Hand oder am Hosenbund oder hüpfend auf dem Boden. Angebunden ist der Gelbbrustara bei den Ausflügen nicht. Das ist auch gar nicht notwendig. Fliegen kann der sechs Jahre alte Vogel, aber auf die Idee seinem Besitzer freiwillig von der Seite zu weichen, würde Coco – so der Name des Papageien – niemals kommen, sagt Rashid Ayoub. „In meiner Nähe ist der Vogel immer ruhig.“

Deshalb war es auch für Polizist Marco Protze kein Problem, den Gelbbrustara bei der Aufnahme eines Auffahrunfalls im Magdeburger Stadtpark vor kurzem auf den Arm zu nehmen. Der Papagei war mit seinem Besitzer und dessen Familie an der Unfallstelle.

Polizei Magdeburg kennt Papagei schon

„Die Polizei in Magdeburg kennt Coco und mich schon“, erzählt Rashid Ayoub. Aber nicht nur in Magdeburg sind der 48-Jährige, seine Frau Adriana Ayoub und deren Kinder mit dem Papagei unterwegs. Coco ist immer mit dabei – sogar bei der Arbeit. Der Magdeburger betreibt einen An- und Verkaufhandel in Sudenburg – benannt nach seinem Gelbbrustara. Und für den gibt es im Laden extra eine Vogelstange. Zu Hause hingegen bewohnt Coco einen großen Bereich mit mehreren Schaukeln, Ästen und Spielzeugen und darf sich in der gesamten Wohnung frei bewegen.

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Die Freiheit, mit in die Natur zu kommen, bleibt seiner Freundin, der dreijährigen Graupapagei-Dame Cocie allerdings verwehrt. Sie hängt im wahrsten Sinne des Wortes nicht so stark an ihrem Besitzer wie ihr gelbgefiederter Freund und war der Familie sogar bereits entflogen. Erst nach einem Monat brachte der Zufall den Graupapagei zurück. Er war einer Familie in Sudenburg zugeflogen, die daraufhin einen Facebook-Post veröffentlichte. Wieder zu Hause muss Cocie jetzt allerdings die Wohnung hüten, darf sich zusammen mit Coco – bei geschlossenen Türen und Fenstern – in der Wohnung aber frei bewegen.

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Papagei mit hoher Lebenserwartung

Gelbbrustaras wie Coco leben in freier Wildbahn in Südamerika und können dort bis zu 50 Jahre alt werden. In Gefangenschaft allerdings auch deutlich älter. Ähnlich steht es um Graupapageien wie Cocie, die allerdings in Afrika vorkommen.

Für beide Vögel gehört ein regelmäßiges Bad in der Wanne der Familie zur Hygiene dazu. Bei Coco müssen Rashid und Adriana Ayoub nicht mal Hand anlegen. Der Ara liebt das Wasser und schüttelt sich unter der laufenden Brause ganz allein. Einmal ordentlich trocken schütteln und schon glänzt das frisch gewaschene Gefieder noch mehr als zuvor.

Papagei von Auto angefahren

Doch so gepflegt und gesund wie aktuell sah Ara Coco nicht immer aus. Nach einem Unfall – ein Autofahrer hatte den Gelbbrustara angefahren – musste der Vogel sogar operiert werden. Doch auch diese schwere Phase, in der sich Rashid Ayoub um seinen gefiederten Freund sorgte, überstand die Familie.

Ein Faible für Tiere und insbesondere Vögel hatte der Magdeburger schon immer. Dass Coco und er zusammengefunden haben, verdankt er einer Bekannten, die ihm den Vogel, als dieser drei Monate alt war, geschenkt hatte. „Für mich ist Coco wie ein Baby“, sagt Rashid Ayoub. Deshalb versorgt er den Vogel auch gut. Mindestens einmal im Jahr geht es zum Tierarzt nach Rothensee. Geduscht wird alle zwei bis drei Tage und zu futtern gibt es neben Körnern auch Leckereien vom Tisch der Familie – allerdings in seinem Bereich. Wenn Coco mit am Tisch sitzt, dann nur ohne was zu futtern zu bekommen. Das hat Rashid Ayoub seinem Coco beigebracht. Und auch ein paar Sätze kann der Ara sprechen. Neben „Hallo!“ sagt er wenn er denn Lust hat „Was ist los?“ und „Was willst du?“.

Magdeburger will Papageienzimmer einrichten

Zwei Papageien reichen Rashid Ayoub und seiner Familie allerdings nicht. Bald soll noch ein Dritter dazukommen. Dann soll es ein Rotbrustara sein. Allerdings erst, wenn das neue Papageienzimmer eingerichtet ist. Und das soll sich in einem Haus befinden. „Wir bauen zurzeit“, erzählt Rashid Ayoub.

Bis das so weit ist, wird die Familie aber weiterhin Cocos Lieblingsbeschäftigungen nachgehen: duschen, spazieren gehen, abhängen, gekrault, geknutscht und gekuschelt werden und natürlich Fahrrad fahren.