Magdeburg l Treibt tatsächlich ein Tierquäler in „Texas“ und Umgebung sein Unwesen? Erst kürzlich hatte die Volksstimme über das tragische Schicksal der jungen Katze Siri berichtet, die in der Nacht zum 2. Dezember beim Streunen im Umfeld zwischen Albert-Vater-Straße und Lorenzweg in eine Falle (vermutlich eine Drahtschlingenfalle) geraten war. Bei ihrem Überlebenskampf und dem Versuch, sich aus der Falle zu befreien, wurde ein Hinterbein regelrecht gehäutet. Siri konnte sich gerade noch nach Hause zu ihrer Besitzerin schleppen, verstarb aber trotz einer Not-OP am zweiten Adventssonntag.

Nun gibt es einen zweiten, ähnlich gelagerten Fall von mutmaßlicher Tierquälerei durch Tierfallen. Nach dem Volksstimme-Bericht vom Freitag meldete sich eine Familie, deren Katze ebenfalls schwerste Verletzungen am Bein erlitt. Das Verletzungsmuster weist gleichfalls auf eine Falle, hier möglicherweise aber eine spezielle Schlagfalle, hin. Diese Katze war am ersten Adventssonntag, dem 27. November – also nur wenige Tage vor Siri – beim Streunen im Bereich Lorenzweg in eine Falle gelaufen. Auch sie konnte sich befreien und kam noch nach Hause – allerdings auch mit schwersten Verletzungen am Bein. Der noch jungen Katze musste das Bein amputiert werden. Ob sie die Strapazen überlebt, ist noch immer nicht ganz klar. Die Besitzer leiden mit ihrem Tier, wollen aber nicht namentlich an die Öffentlichkeit. Sie hoffen jedoch, dass der Täter gefasst wird.

Verdächtiges mitteilen

Der Magdeburger Tierarzt Dr. Klaus Kutschmann, der erst im Januar in der Tierklinik dabei half, eine Katze aus einer Bärenfalle zu befreien, ist angesichts der jüngsten Fälle nicht minder entsetzt. „Ich kann verstehen, wenn jemand keine Tiere mag. Aber dass man keinerlei Sensibilität für das Leid der Tiere aufbringt, dafür fehlt mir jedes Verständnis“, so Kutschmann. Der Präsident der Tierärztekammer Sachsen-Anhalt wünscht sich, dass – wie jetzt in Nordwest – Anwohner bzw. Passanten wachsam sind und Verdächtiges den Ordnungsbehörden mitteilen. Im Fall der verstorbenen Katze Siri hat deren Besitzerin Ramona Klebe inzwischen Anzeige bei der Polizei gegen unbekannt erstattet.

Amtstierarzt Dr. Eike Hennig hat indes eine klare Botschaft: „Alles, was quält, ist verboten. Egal, ob Drahtschlingen oder typische Schlageisen von früher. Das ist Tierquälerei und eine Straftat“, betonte er gestern gegenüber der Volksstimme. Er gab zu bedenken, dass illegale Fallen auch eine reelle Gefahr für Menschen darstellen.

In Deutschland sind lediglich zwei Fallentypen zulässig: Solche, die unversehrt lebend fangen, sowie Fallen, die sofort tödlich wirken, also ohne das Tier Qualen auszusetzen.