Magdeburg l Die sachsen-anhaltische Tourismuswirtschaft ist mit ihrem Geschäft in der abgelaufenen Saison sehr zufrieden. Dies belegt eine Umfrage der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Sachsen-Anhalt unter 700 Gastronomen, Hoteliers, Reisebüros und -veranstaltern im Land. Zu spüren ist dabei auch eine gewisse Erleichterung: War doch in diesem Jahr nicht mehr mit dem Bonus des Reformationsjubiläums zu rechnen, und hatte doch der Hitzesommer vielen Menschen die Freude am Reisen vermiest.

Ein Plus bei Übernachtungszahlen

Kann Magdeburg mit der positiven Stimmung im Land mithalten? Zumindest die Zahlen der Übernachtungen sprechen dafür. Sandra Y. Stieger ist Geschäftsführerin der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH (MMKT). Das Unternehmen betreibt u. a. die Touristinformation und ist für das Werben um Magdeburgbesucher zuständig. Sie sagt: „Allgemein betrachtet hat Magdeburg den ,Supersommer‘ gut überstanden. Die Übernachtungszahlen sehen sehr gut aus.“

Zwar gibt es im Mai einen Einbruch – doch ein Einbruch in einem einzelnen Monat um zwölf Prozent sehe schlimmer aus, als er ist: „Solche Verlagerungen passieren immer mal wieder durch Verschiebungen von Terminen wie Ostern oder Pfingsten und den daraus resultierenden Ferien, zudem war der Kirchentag auf dem Weg im vergangenen Jahr im Mai“, erläutert die Tourismusexpertin.

Viel spannender seien die Zahlen von Juni bis August. Zwar hatte hier Magdeburg im Juli etwas schlechter als im Jahr zuvor abgeschnitten, „aber sonst ist der heiße Sommer in den Zahlen nicht wirklich zu entdecken“, so die Einschätzung von Sandra Y. Stieger. Ein Grund sei wahrscheinlich, dass viel im Vorfeld gebucht wird und diese Reisen dann auch stattfinden – unabhängig vom Wetter.

Zuwächse aus dem Ausland

„Ab September, und dieser Trend wird sich bis zum Jahresende fortsetzen, sieht es für Magdeburg ausgezeichnet aus.“ Im Oktober gab es in Magdeburg ein Übernachtungsplus von 17,4 Prozent. Knapp die Hälfte davon waren Zuwächse aus dem Ausland. Sandra Y. Stieger meint kurz und knapp: „Das ist super.“

Von Januar bis Oktober gab es 568 287 Übernachtungen. „Nur um dafür ein Gefühl zu bekommen: Das ist so viel, wie wir 2014 im gesamten Jahr an Übernachtungen zu verzeichnen hatten“, so die MMKT-Geschäftsführerin.

Bewährt habe sich die Vermarktung der Stadt, die nicht allein auf Themenjahre setzt. Das mache die Stadt sicher vor möglichen Einbrüchen in den Folgejahren. Auf eines aber hat die Stadt kaum Einfluss: Beim Wetter herrscht das Prinzip Hoffnung. Bedingt durch das Niedrigwasser in der Elbe gab es nahezu vollständige Ausfälle bei der Schifffahrt. „Das war 2018 für Magdeburg bitter, und wir hoffen sehr, dass sich das im kommenden Jahr nicht wiederholt“, so Sandra Y. Stieger.