Magdeburg l An der Elbe im Wissenschaftshafen? Im Stadtpark Magdeburg? Oder doch lieber mitten in der City? Wenn es um die Suche nach einem öffentlichen Klangraum für den Magdeburger Barockkomponisten Georg Philipp Telemann geht, gibt es auf diese Fragen noch keine abschließende Antwort.

Das ist das Ergebnis einer ersten Prüfung durch die Stadtverwaltung Magdeburg. Die Ämter waren im Juni 2018 auf Initiative der Räte Carola Schumann (FDP) und Oliver Müller (Linke) vom Stadtrat beauftragt worden, den Komponisten im Stadtbild auf einer „Telemann-Terrasse“ in Elbnähe hörbar zu machen.

Telemann in Dauerschleife

Eine öffentliche Fläche mit Telemann-Kompositionen in Dauerschleife war die Grundidee des Beschlusses, um den Namenspatron von Musikschule sowie Konzerthalle im Kloster zusätzlich zu seinem Denkmal an der Regierungsstraße noch volksnaher im Stadtbild von Magdeburg wirken zu lassen.

Doch was auf den ersten Blick einfach umzusetzen scheint, ist im Detail nicht simpel. In einer Stellungnahme erklärt Magdeburgs Kulturbeigeordneter Matthias Puhle, dass bei der Standortsuche viele Bedingungen erfüllt sein müssten. Dafür sei zum Beispiel ein von „Verkehrsgeräuschen freier Raum“ notwendig, heißt es.

Kein Telemann in Wohnnähe

Der Petriförder erfülle diese Voraussetzungen wegen der Märkte, der Weißen Flotte und der Gastronomie ebenso wenig wie das gesamte Schleinufer wegen des Verkehrslärms. Auch im Umfeld von Wohnungen sei so etwas schwierig. Zu viel Telemann als Dauerberieselung für Anwohner sei nicht zu verantworten.

Ruhige Orte wie etwa der Wissenschaftshafen müssten daraufhin geprüft werden, ob da ein Telemann-Klangraum gegen Denkmalpflege, Hochwasserschutz oder Belange der Uferbebauung verstoße, so Puhle weiter.

An lokale Musikgeschichte erinnern

Puhle regte stattdessen an, solche Klangorte an den Rand der Innenstadt von Magdeburg zu verlegen und sie mit einer ganz neuen Idee zu erweitern: Die Telemann-Orte könnten mit multimedialen Klangsäulen ergänzt werden, die im Innenstadtbereich an lokale Musikgeschichte erinnern.

Puhle schlug fünf Orte vor, zum Beispiel an der Johanniskirche (Grab von Heinrich Rolle), die Julius Bremer-Straße (hier stand das Erdmannsdorff-Theater, an dem Richard Wagner wirkte) oder den Bereich des Alten Stadttheaters (Südseite City Carré), an dem einst Richard Strauss dirigierte. Ein solcher Musik-Pfad hätte zudem bessere Chancen auf Förderung im Bewerbungsverfahren zur europäischen Kulturhauptstadt. Puhle rechnet dabei mit Kosten im mittleren sechsstelligen Bereich.

Stadtrat Magdeburg soll entscheiden

Ob dieser erweiterte Vorschlag weiter verfolgt werden soll, müssen nun der Kulturausschuss am 5. Dezember 2018 und abschließend der Stadtrat am 6. Dezember entscheiden.