Magdeburg l Eigentlich könnte der Verbindungsweg zwischen Ranieser Weg und Gübser Damm in Magdeburg ein richtig hübsches Weglein sein, das die Stadtteile Berliner Chaussee und Cracau im Osten der MDCC-Arena miteinander verbindet - eigentlich. Doch der viel genutzte Weg weist eklatante Mängel auf, die sogar gefährlich werden können.

Wie ein Anwohner vor Ort berichtet, benutzen vor allem ältere Menschen, zum Teil mit Gehhilfen, den Verbindungsweg, um an der Friedrich-Ebert-Straße einkaufen gehen zu können. Immerhin bringt der Fußweg eine Ersparnis von mehr als einem halben Kilometer.

Gefährlicher Weg in Magdeburg

Doch der Weg ist gefährlich, denn das abschüssige Stück, das direkt an den Ranieser Weg grenzt, befindet sich in einem schlechten Zustand. So führt der über eine kleine Brücke, deren Geländer an vielen Stellen bereits durchgerostet sind.

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Am abschüssigen Teil ist schon lange kein Belag mehr vorhanden, teilweise ist noch fleckenweise der alte Asphalt vorhanden. Auf der Brücke selber ragt ein scharfkantiges Eisenteil mehrere Zentimeter in die Höhe. Radfahrer könnten sich hier die Reifen aufschlitzen und Fußgänger stürzen.

Gefahr für Fußgänger

Ein Magdeburger wird deutlicher. „Seit 20 Jahren lebe ich hier und seitdem hat sich nichts an dem Weg getan. Das ist eine Frechheit“, so der Mann. Hinzu käme, dass man den abschüssigen Weg aus Richtung Gübser Damm nicht einsehen könnte. „Radfahrer könnten hier ganz schnell mal einen Fußgänger umfahren.“

Glücklicherweise sei es bisher noch nicht zu schlimmeren Unfällen gekommen. Das sei wahrscheinlich aber auch nur noch eine Frage der Zeit, wenn der Weg noch weiter verfalle.

Senioren haben Angst zu stürzen

Auch Senioren, die mit ihren Rollatoren vorbeikommen, begehen den Weg meist mit einem mulmigen Gefühl. „Wir haben Angst hier zu stürzen und sind froh, wenn uns doch mal von anderen geholfen wird“, sind sich zwei Damen einig. „Dieser Weg ist für uns leider unverzichtbar. Irgendwie müssen wir doch zum Einkaufen kommen.“

Nach einer Anfrage durch die Volksstimme bei der Stadtverwaltung Magdeburg passierte erst einmal nichts. Auf Nachfrage geht dann plötzlich alles ganz schnell. Wie Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra mitteilte, sei das Tiefbauamt mit der Instandsetzung des Weges bereits am 18. Oktober 2018 im Gange gewesen. Noch am Tag darauf seien die Arbeiten beendet worden.

Magdeburger Weg halbherzig saniert

Wenige Tage danach besuchte die Volksstimme noch einmal den Weg. Das spitze Eisenteil sowie der Flickenteppich aus Asphalt und losen Steinen ist unter einer dicken Schicht Rollsplit verschwunden. Gerade als die Volksstimme vor Ort ist, kommt eine Radfahrerin aus Richtung des Ranieser Weges und fährt den „sanierten“ Weg mit ihrem Klappfahrrad hinauf.

Sie stürzt fast, als sie die leichte Steigung erklimmt. „Das ist absolut gefährlich, was hier nun gemacht wurde“, moniert sie. Für Fußgänger scheine das ja eine ganze nette Zwischenlösung zu sein, aber für alles, was Räder habe, sei das eine absolute Zumutung.

Baken und Schilder warnen vor Gefahr

„Ich fahre regelmäßig zur Physiotherapie und das ist nunmal der schnellste Weg dorthin“, erzählt sie. Drei Warnbaken und zwei Warnschilder mit der Aufschrift „Rollsplitt“ warnen nun vor der gefährlichen Situation zwischen Gübser Damm und Ranieser Weg. Auch das durchgerostete Geländer ist unverändert. Ob es den nächsten Winter übersteht, ist genauso offen, wie die Antwort, wann die Stadtverwaltung den Verbindungsweg tatsächlich instand setzt.

Kerstin Kinszorra macht den Magdeburgern da wenig Hoffnung. „Es besteht zwar Sanierungsbedarf, aber in den nächsten Jahren ist ein grundhafter Ausbau nicht angedacht“, so die Pressesprecherin.