Magdeburg l Der genaue Start und die exakte Dauer des verkehrlichen Ausnahmezustandes stehen noch nicht fest. Klar aber ist: Der Bau des Tunnels erfordert in diesem Jahr von allen Beteiligten noch mehr Geduld als 2015. Schuld daran ist eine Premiere: Erstmals wird eine der insgesamt drei maroden Eisenbahnbrücken abgerissen. Wahrscheinlich im Februar erfolgt der Auftakt, der dann eine zeitlich noch nicht bekannte Vollsperrung nach sich ziehen werden. Die Stadtverwaltung geht von einer mindestens sechswöchigen Vollsperrung aus. „Die Details werden derzeit besprochen“, sagte OB Lutz Trümper. Betroffen ist dann auch der Fußgänger- und Radfahrerbereich. Wie die Verkehrsführung geregelt wird, ist ebenfalls noch unklar.

Ziel ist in diesem Jahr außerdem, die südliche Tunnelröhre so weit auszubauen, dass darauf die Straßenbahngleise gelegt werden können. Dazu ist es allerdings notwendig, die Bauverzögerungen aufzuholen. Die waren entstanden, weil die Tunnelstützen am Rand, die aus Stahlbeton bestehen, aus statischen Gründen verstärkt werden mussten. Das kostete neben Zeit auch Geld. Wie viel, wird noch berechnet. Sind alle Betonpfähle am südlichen Tunnelrand gesetzt, wird obendrauf die Betonplatte - also der Deckel - für den Tunnel gelegt. Diese Ebene dient als Grundlage für die Straßenbahn,

Damit auch der nördliche Bereich des Tunnels gebaut werden kann, muss das bisherige Notgleis von der nördlichen Fahrbahn auf die südliche gelegt werden. Eine Herausforderung für alle Beteiligten, denn davon hängt wesentlich der Baufortschritt ab.

Ist dieses Jahr mit den geplanten Vorhaben überstanden, ist die Tunnelbaustelle zu etwa einem Drittel fertig. In den nächsten zwei Jahren werden die mittlere und die östliche Eisenbahnbrücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Danach darf dann damit geliebäugelt werden, dass der Tunnelbau beendet ist und die Deutsche Bahn ihre Züge, die MVB ihre Bahnen und der Magdeburger sein Auto auf jeweils einer eigenständigen Ebene durch diesen dann hoffentlich beendeten Engpass besser als vorher führen kann. Bis dahin bleibt‘s dabei: Brücke runter, Deckel drauf - und viel Geduld.