Magdeburg l Jedem Tierchen sein Pläsierchen ... - diese Redensart hilft den Zauneidechsen an der Baustelle für die Verlängerung der Strombrücke in Magdeburg nicht. Die possierlichen Reptilien müssen dem Mammutbau über den Winterhafen und die Alte Elbe weichen. Sie werden umgesiedelt. Das teilte die Stadt als Bauherr des Strombrückenzuges mit.

Die Eidechsen werden nun per Hand eingesammelt und auf Bereiche östlich der Elbe verteilt. Sie werden in zuvor errichtete Ausweichhabitate umgesiedelt.

Zauneidechsen an Magdeburger Baustelle

Im November 2017 waren die vorbereitenden Arbeiten zum „Ersatzneubau Strombrückenzug“ angelaufen. Dazu zählten neben der Kampfmittelsuche auch Rodungsarbeiten sowie der Rückbau von Kleingartenanlagen. „Diese Arbeiten sind größtenteils abgeschlossen und mit der Naturschutzbehörde abgestimmt, da die zu entfernenden Gärten und Gehölze auch einen Eingriff in das Ökosystem der Tier- und Pflanzenwelt bedeuten“, sagte eine Stadtsprecherin. Dabei seien auch die geschützten Zauneidechsen gefunden worden.

Die neuen Lebensräume seien im östlichen Teil der Gemarkung Magdeburg auf verschiedenen Flurstücken angelegt worden. Dazu sollen Gehölzflächen, Hecken sowie Lesesteinhaufen und Totholzstapel gehören. Da die Zauneidechsen den neuen Lebensraum nicht selbstständig aufsuchen und besiedeln können, werden diese von Mitarbeitern eingesammelt und in die Flächen gebracht, hieß es weiter. Dort sollen sie sich nach kurzer Eingewöhnungszeit etablieren.

Gartenanlagen abgerissen

Dennoch: Für die erforderliche Baufreiheit mussten auf der gesamten Fläche Bäume entfernt werden. Diese Rodungen sind abgeschlossen und geben ein eigenwilliges Bild. Wo es einst grünte, befindet sich jetzt eine Brachfläche. Lediglich Wurzelstöcke, Äste und Stämme seien noch zu entfernen. Die Abrissarbeiten der Gartenanlagen sind ebenfalls beendet. Die Reste der Lauben sind in Haufen sortiert und liegen zur Abfuhr bereit, so eine Sprecherin weiter.