Magdeburg l Es ist auch dieses Mal so, wie es häufig ist, wenn es sich um Geschehnisse rund um das Militär handelt: Viele Informationen gibt es nicht.

Also blieb auch bis zum Montagabend eine Anfrage bei der US-Militärbasis in Ramstein nach den Hintergründen der ungeplanten Landung eines US-Fliegers auf dem Flugplatz in Magdeburg unbeantwortet. Fakt ist daher nur: Das Flugzeug des Typs Bell-Boeing V-22 steht nach wie vor auf dem Flugplatz und wartet auf seine vollständige Reparatur.

US-Maschine wird bewacht

Die Besatzung der Maschine, die auf dem Weg von Großbritannien nach Polen zum Einsatz beim Manöver „Atlantic Resolve“ war, ist inzwischen längst weiter gezogen. „Sie sind mit dem Auto weggefahren“, berichtet Heinz Mürke, Flugplatzchef in Magdeburg. Derzeit sei Wachpersonal da. Auch Techniker hätten sich die Maschine schon angesehen.

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Kontakt zu den Amerikanern gebe es nicht, so Mürke weiter. Außerdem wird vermutet, dass nach einer Reparatur zunächst Probeflüge notwendig sind.

Landung erfolgte ohne Probleme

Bei der Landung habe es sich allerdings nicht um eine Not- sondern um eine Sicherheitslandung gehandelt. Technische Probleme seien aufgetreten, sodass die Besatzung kurzfristig am 27. März 2019 um einen Stopp in Magdeburg gebeten habe. Es sei nach 19 Uhr gewesen, als die Bell-Boeing kam. Deshalb sei auch schon die Befeuerung des Flugplatzes in Betrieb gewesen. Die Landung selbst sei ohne Probleme erfolgt, so Mürke.

Auch für den Flugplatz sei die Landung im Prinzip nichts Ungewöhnliches, so Mürke weiter. Mit der Transall, dem Transportflugzeug der Bundeswehr, lande mehrmals im Jahr eine wesentlich größere Maschine auf dem Platz. Dies seien meist Trainingsflüge für mögliche zivile Einsätze wie beispielsweise beim Hochwasser.

Verzicht auf Landegebühr

Der einzige Unterschied zu allen anderen Ankünften sei der Verzicht auf eine Landegebühr. „Wenn eine Sicherheits- oder Notlandung erfolgt, dann werden keine Gebühren für die Landung verlangt. Das ist international so üblich. Deshalb verfahren auch wir so“, sagte Mürke weiter.

Ob im Nachgang für den Platz selbst noch etwas in Rechnung gestellt werde, sei noch nicht entschieden.

30.000 Starts oder Landungen im Jahr

Der Magdeburger Flugplatz ist für die Landeshauptstadt ein wichtiger Verkehrsort. Pro Jahr gibt es rund 30.000 Starts oder Landungen. Linienflüge sind nicht darunter, aber durchaus zahlreiche Transportflüge oder Starts und Landungen von Firmen, die am Flugplatz ansässig sind. Regelmäßig gehören auch Flüge mit medizinischem Hintergrund dazu. In der vergangenen Woche sei beispielsweise ein Ärzteteam aus Westdeutschland für eine Herztransplantation in Magdeburg gelandet.

Die Startbahn in Magdeburg verfügt über eine Länge von 1000 Metern in Ostrichtung und 850 Metern in Westrichtung - wegen der angrenzenden Straße. Ob und welche Flugzeuge hier landen, sei eine Entscheidung der Besatzung, so Mürke weiter. Entscheidend sei dabei nicht nur die Länge der Bahn, sondern deren Belastungsfähigkeit. Und die sei in Magdeburg vergleichsweise hoch. Der Flugplatz Magdeburg wird mit sechs festen Mitarbeitern von der FMB Flugplatz Magdeburg Betriebsgesellschaft mbH betrieben. Die Gesellschaft hatte 2009 den Flugplatz von der Stadt Magdeburg gepachtet.