Magdeburg l „Wir müssen hier raus“, war Mirko Arnolds Gedanke, als die ersten Ausläufer von Sturmtief „Paul“ am 22. Juni 2017 das Einrichtungshaus „Poco“ in der Wasserkunststraße in Magdeburg streiften. Draußen flogen schon die ersten Gegenstände am Fenster vorbei. „Dann fühlte es sich an, als ob das ganze Gebäude angehoben wird“, erinnert er sich.

Sturm hebt Dach ab

Mit ihrer gewaltigen Kraft hoben die Sturmböen den Dachstuhl des 1933 erbauten ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Junkers-Werke an und rissen ein gut 500 Quadratmeter großes Stück mit sich. Es stürzte auf die vier Stockwerke tiefer liegende Wasserkunststraße, einige Teile wurden sogar auf das Grundstück auf der gegenüberliegenden Straßenseite geschleudert.

Auf „einige Tonnen“ schätzt Regionalvertriebsleiter Ronald Prox das Gewicht des aus Dachpappe und dicken Holzbalken bestehenden Dachstuhls. Großes Glück sei es gewesen, dass niemand gerade auf dem Gehweg am Einrichtungshaus entlangging und unter dem Schuttberg begraben wurde. Am Freitag packten Mirko Arnold und seine Mitarbeiter an und räumten die Reste des Daches mit eigenen Kräften beiseite, damit die bis dahin gesperrte Straße wieder freigegeben werden konnte.

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Oberste Etage bleibt geschlossen

Am Sonnabend konnte das Einrichtungshaus wieder für Kunden öffnen. Nur die obere Etage bleibt vorerst geschlossen. Dort, wo Küchenstudio und Lager zu finden sind, regnete es ohne das Dach ungehindert rein. Bis in die Tiefkühlschränke floss das Wasser. Die Heizlüfter pusten seitdem in Dauerrotation, um die Feuchtigkeit herauszubekommen.

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Wie groß der Schaden ist, kann noch niemand abschätzen, sagt Ronald Prox. Seinen Dank richtet er aber an den Hausleiter und sein Team, die im Notfall absolut richtig reagiert hatten. Die 40 Mitarbeiter und die anwesenden Kunden hatten sich im Erdgeschoss fernab der Fenster versammelt und den Sturm abgewartet.

Dach wird erneuert

Das Dach wurde mittlerweile mit Folie gesichert. Es soll nun komplett erneuert werden.