Magdeburg l Der östliche Teil des Universitätsplatzes in Magdeburg ist eine der letzten großen bebaubaren Flächen in der Innenstadt. Doch trotz der hervorragenden Lage zwischen Universität, Innenstadt sowie Nähe zu Kultur und Elbe und einer hervorragenden Verkehrsanbindung über die Bundesstraße 1 hat noch kein Investor verbindlich angebissen. Die jüngste Ausschreibung war trotz zweier Bewerber vom Stadtrat gestoppt worden.

Hintergrund war der nachträgliche Wunsch, dass sich Käufer einem städtebaulichen Wettbewerb stellen. Mit diesem Wettbewerb soll an der exponierten Stelle ein möglichst attraktiver Bau gewährleistet werden.

Käufer muss Wettbewerb durchführen

Die Stadtverwaltung hat nun über Anzeigen in Zeitungen das neue Bewerberverfahren eröffnet. Bis zum 20. März können sich Interessenten für den Kauf melden. Zu haben ist ein 10.500 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem nach Angaben der Stadtverwaltung eine fünf- bis siebengeschossige geschlossene Bebauung angestrebt wird. Sieben Geschosse soll es an der Seite zur Walther-Rathenau-Straße geben, fünf als Begrenzung am östlichen Gebäuderand. In der Ausschreibung heißt es weiter: „Der Käufer muss sich verpflichten, nach dem Erwerb einen städtebaulichen Wettbewerb auf seine Kosten durchzuführen.“

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Ob es nach mehrjährigen ergebnislosen Versuchen nun gelingt, einen Investor zu neuen Bedingungen und in der nur knapp dreiwöchigen Frist zu finden, ist offen. Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra: „Da es sich um ein reines Grundstücksgeschäft handelt, reicht die Zeitspanne von knapp drei Wochen nach Ansicht des Liegenschaftsservices aus.“ Und weiter argumentiert sie: „Wir gehen davon aus, dass es für dieses Grundstück Interessenten gibt. Nach Ablauf der Ausschreibungsfrist beginnt der Verkaufsprozess, der mit dem Votum des Stadtrates endet.“

Grundstück kostet 4,2 Millionen Euro

Nach dem Verkauf würde der von der Politik und dem Gestaltungsbeirat gewünschte Planungswettbewerb durchgeführt. Die Stadtverwaltung ruft zunächst einen Orientierungswert von 4,2 Millionen Euro als Kaufpreis für das Grundstück auf. In ihrem Exposé verweist die Stadt zugleich auf Schwierigkeiten, die auf der Fläche auftreten können. So sei im Untergrund mit Trümmerschutt aus dem Zweiten Weltkrieg und Resten eines Steinbruchs zu rechnen. Außerdem gelte das Areal als Munitionsverdachtsfläche.

Zudem baut die Landeshauptstadt zwei Notbremsen ein. So soll im Kaufvertrag ein Rücktrittsrecht gesichert werden für den Fall, dass ein Planungswettbewerb nicht fristgemäß abgeschlossen wird. Die zweite Notbremse bezieht sich auf den Bauablauf. Danach kann die Stadt den Verkauf rückgängig machen, falls der Erwerber sein Konzept nicht innerhalb von fünf Jahren nach Abschluss des Planungswettbewerbes umsetzt.