Magdeburg l Die Landeshauptstadt Magdeburg muss den Zuschlag für den Bau der Strombrückenverlängerung möglicherweise an einen unterlegenen Bieter neu vergeben. Nach Informationen der Volksstimme hat die Vergabekammer einem Einspruch der Firma Hochtief stattgegeben.

Das Unternehmen hatte kritisiert, dass bei der Vergabe des Brückenbaus an die Firma Strabag/Züblin deren Referenzen nicht ausreichend geprüft worden seien. Dieser Ansicht schloss sich die Vergabekammer des Bundes mit Sitz in Bonn offenbar an. Im Stadtrat in Magdeburg gab der Baubeigeordnete Dieter Scheidemann die Entscheidung am 3. Mai 2018 in einer Erklärung aus aktuellem Anlass bekannt.

Unklar wer Brücke in Magdeburg baut

Nach der Entscheidung der Vergabekammer bleibt vorerst unklar, wer den Brückenschlag über die Elbe bauen darf. Hochtief wäre nach Ansicht der Vergabekammer der neue Auftragnehmer. Allerdings kann auch Züblin/Strabag als bisheriger Auftragnehmer nun wiederum gegen die Entscheidung der Vergabekammer vor Gericht ziehen. Ob das passieren wird, ist derzeit nicht bekannt.

Ob und welche Zeitverzögerung und Kostensteigerung mit dieser Entscheidung verbunden ist, ist noch offen. Offizieller Baustart sollte jedenfalls im Sommer 2018 sein. Geplant ist ein Brückenschlag über die Zollelbe und die Alte Elbe als Verlängerung der schon bestehenden Strombrücke. Bisheriger Kostenumfang waren 108 Millionen Euro. Die Brücke ist der Ersatz für die marode Anna-Ebert-Brücke, die nur noch mit einer Sondererlaubnis und mit Hilfe von Notsanierungen befahrbar ist. 

Magdeburg drohen Mehrkosten

Insgesamt hatten sich vier Bieter um den Bau der Elbbrücke beworben. Strabag/Züblin soll mit 85,9 Millionen Euro damals das preiswerteste Angebot abgegeben haben. Danach folgte Hochtief mit 93 Millionen Euro. Kommt nun tatsächlich Hochtief zum Zug, dürften allein daraus schon Mehrkosten von weiteren sieben Millionen Euro für die Stadt Magdeburg nicht ausgeschlossen sein.