Magdeburg l Radschnellwege sind in Magdeburg seit Jahren Thema. Sei es als Forderung, damit die Mitarbeiter von Unternehmen im Sülzetal komfortabel und sicher zu ihren Arbeitsplätzen gelangen können, sei es als Bogen durch die Stadt von der alten Kanonenbahn über den Glacispark und entlang der neuen Straßenbahntrasse bis in den Norden der Stadt. Nur: Wirklichkeit geworden ist bislang keine dieser Ideen.

Doch inzwischen winken Fördergelder für Projekte, und nach einem Stadtratsbeschluss hat die Stadtverwaltung im November 2020 eine Studie vorgelegt. Deren Schlussfolgerung: Ja, es gibt Strecken, für die in Magdeburg und Umgebung die Investitionen von zusammen rund 47,6 Millionen Euro aufgrund eines hohen Potenzials an Pendlern, die aufs Rad umsteigen könnten, sinnvoll erscheinen.

Gespräche mit Umland geplant

Eine der Routen würde über den Norden Magdeburgs hinaus über Barleben und Wolmirstedt bis nach Zielitz führen. Eine andere im Süden würde die Landeshauptstadt mit Schönebeck verbinden. Im Süden wird auch eine Anbindung des Gewerbegebiets Sülzetal und des frisch geplanten städtischen Gewerbegebiets Eulenberg und weiter nach Wanzleben befürwortet. Und nach Osten könnte ein Radschnellweg bis nach Burg führen.

Bilder

Unter die Lupe genommen wurden verschiedene Trassenvarianten. An diesen geht es nicht allein um den Bau von eigenständigen Radwegen. Es geht auch darum, die Radverkehrsanlagen an bestehenden Straßen so herzurichten, dass sie den Radverkehr befördern und nicht ausbremsen. Möglich ist es, so die Studie, an geeigneten Stellen auch Flächen zur gleichberechtigten Nutzung mit anderen Verkehrsarten auszuweisen.

Mehrere Varianten

Untersucht wurden für die Strecken unterschiedliche Trassen. Beispiel Wolmirstedt – Zielitz. Diese Trasse würde durch den Norden Magdeburgs führen. Neben einer Führung westlich des Magdeburger Rings wurde eine Variante an der Lübecker Straße und eine dritte weiter östlich an der Zielitzer Straße untersucht. Die Empfehlung der Berliner Studienautoren: Die Ostvariante erschließt dicht besiedelte Viertel und wird trotzdem nicht durch die Nähe zur Hauptverkehrsstraße behindert, wo beispielsweise im Bereich der Haltestellen nur wenig Platz für einen ausreichend breiten Radweg wäre. Auf der anderen Seite wären bei der Ostvariante hohe Investitionen zum Beispiel im Bereich der Alten Neustadt erforderlich.

Wie es nun weitergeht, ist offen: Die Verwaltung hat mit der Studie dem Wunsch des Stadtrats entsprochen. Inwiefern die Erkenntnisse in Beschlussvorlagen den Weg frei machen, dass tatsächlich Radschnellwege gebaut werden, muss die Zeit zeigen. Die Verwaltung möchte die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen: Vertiefende Untersuchungen einzelner Trassen sollen in enger Abstimmung mit den Landkreisen und Kommunen des Umlandes erfolgen.