Magdeburg l Gut zwei Monate hatte die defekte Weichenzunge am Hasselbachplatz in Magdeburg für Umleitungen im Straßenbahnverkehr gesorgt. Nun konnte das Ersatzteil zwar eingesetzt werden, so dass seit Pfingstmontag die Bahnen wieder auf ihren gewohnten Strecken rollen. Doch eine Wiederholung ist jederzeit möglich.

„Das Gleisviereck Hasselbachplatz wurde im Jahr 1996 in unserem Werk Gotha gefertigt und unterliegt seitdem einer intensiven Befahrung durch die MVB. In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder Ersatzteile, insbesondere Ersatzzungen für diese Anlagen geliefert. Das Gleisviereck ist mittlerweile über 20 Jahre in Betrieb und entsprechend verschlissen“, stellt Sören Peters fest.

Gleise bereits 2016 stark abgenutzt

Er ist Verkaufsleiter im Bereich Schiene/Weiche beim Gleisbauer voestalpine BWG GmbH in Dresden und für die Anlage am Hassel zuständig. „Ich selbst war im August 2016 vor Ort und habe den Mitarbeitern der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) erklärt, wie es um den Zustand der Gleise steht“, sagt er im Gespräch mit der Volksstimme. „Das ist ganz schön runtergefahren“, habe er damals gedacht.

Als dann im März 2018 der Anruf aus Magdeburg wegen einer defekten Weiche kam, habe er sofort gewusst, worum es geht, wie er sagt.

MVB-Verkehr ist sicher

Auf Volksstimme-Anfrage bestätigt Tim Stein, Sprecher der MVB, den Handlungsbedarf. „Die Gleiskonstruktion weist, auch aufgrund der starken Beanspruchung durch die Befahrung mit acht Linien, entsprechende Abnutzungserscheinungen auf“, sagt er. Ein sicherer Verkehr sei aber immer gegeben, betont er.

Mittelfristig will das Unternehmen das Gleisviereck auch austauschen. Im Moment ist das jedoch aus offensichtlichen Gründen nicht möglich. Fast alle Linien der MVB fahren derzeit aufgrund der Tunnelbaustelle über den Hasselbachplatz. Eine auch nur teilweise Sperrung an diesem neuralgischen Punkt ist somit derzeit nicht machbar.

Gleistausch erst nach Tunnelfreigabe

„Eine Erneuerung der gesamten Gleisanlage ist erst nach Freigabe der Baustelle zur Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee möglich, da ohne diese Ausweichstrecke ein Straßenbahnverkehr im Westen und Südosten der Stadt unmöglich wäre“, macht Tim Stein deutlich. Frühestens 2020, eher noch später ist somit mit einem Tausch zu rechnen.

Laut Sören Peters ist ein etappenweiser Tausch möglich, so dass keine Komplettsperrung notwendig ist.