Magdeburg/Burg l Jörg Rehbaum ist derzeit Bürgermeister von Burg. Der Stadtrat wählte den 51-Jährigen am Donnerstag zum neuen Bau-Beigeordneten für Magdeburg. Er bekam 30 von 48 gültigen Stimmen. Rehbaum setzte sich gegen die vier Mitbewerber Lars Bredemeier (14 Stimmen), Thomas Köpp (0), Katharina Lisetska (2) und Marco Wolf (1) durch. Es gab eine Enthaltung, fünf Stimmen waren ungültig. Rehbaum soll ab 1. Mai 2021 für sieben Jahre das Dezernat für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr leiten.

Nach der Wahl bedankte sich Rehbaum für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Er sagte auch, er werde bis 30. April 2021 sein Amt als Bürgermeister von Burg gewissenhaft weiterführen, wolle sich aber parallel - sofern schon Zeit bleibt - auf sein neues Amt vorbereiten. Er zeigte sich für die Fraktionen gesprächsbereit, um möglichst schnell ab Mai in seinem neuen Amt tätig sein zu können.

AfD will neue Stellenausschreibung

Die AfD hatte zuvor noch mit einem Antrag versucht, die Wahl zu unterbinden. Die Stellenausschreibung sollte wiederholt werden, weil keiner der fünf Bewerber aus verschiedenen Gründen für diesen Posten geeignet sei, wie Frank Pasemann mündlich erklärte. Der Antrag wurde abgelehnt.

Rehbaum hatte bereits einige Jahre zuvor im Stadtplanungsamt von Magdeburg gearbeitet und war knapp vier Jahre Sachgebietsleiter. Seit Februar 2010 ist er Bürgermeister der Kreisstadt Burg. Nun tritt er die Nachfolge von Dieter Scheidemann an, der in den Ruhestand geht.

Schwerer Vorwurf gegen Rehbaum

Zuletzt geriet Rehbaum in die Schlagzeilen, weil ihm ein Sexchat mit einem Mädchen vorgeworfen wird. Er streitet den Chat ab und sagte gegenüber der Volksstimme: "Dieser Chat ist komplett ohne mein Wissen erstellt worden. Er ist gefälscht und dient hier ausschließlich dem Sinn und Zweck, mich zu kompromittieren beziehungsweise gegebenenfalls zu erpressen." Die Ermittlungen gegen ihn und den unbekannten Urheber des Chats laufen noch.

In Burg muss nun ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Rehbaums Stellvertreter ist derzeit Jens Vogler.

Kleiner Fauxpas bei der Wahl in Magdeburg: Weil Rehbaum seine Wahl nicht gleich offiziell angenommen hatte, musste er  - einen Tagesordnungspunkt später - noch einmal ans Mikrofon zitiert werden und seine Zustimmung geben. Das tat er auch.