Auf 40.000 Quadratmeter

Wohnprojekt auf alter Magdeburger Festungsanlage geplant

Die ehemalige Festungsanlage „Fort III“ im Magdeburger Stadtteil ist das Ziel eines Bauprojektes. Auf über 40.000 Quadratmeter sollen Wohnhäuser entstehen.

Von Marco Papritz
Dies ist ein erster rudimentärer Entwurf, wie die Wohnhäuser im Wohngebiet der Friedenshöhe im Magdeburger Stadtteil Sudenburg abgeordnet sein könnten.
Dies ist ein erster rudimentärer Entwurf, wie die Wohnhäuser im Wohngebiet der Friedenshöhe im Magdeburger Stadtteil Sudenburg abgeordnet sein könnten. Grafik: proPress Media Mitteldeutschland GmbH

Magdeburg - Wenn in der Vergangenheit über das Wohngebiet Friedenshöhe berichtet wurde, dann überwiegend im Zusammenhang mit dem Abriss und Rückbau der Wohnblöcke, die in den 1970er Jahren im Stile des industriellen Wohnungsbaus entstanden waren. Der Stadtverwaltung liegt ein Antrag zur Einleitung eines Bebauungsplans vor, mit dem der Weg für ein großes Bauprojekt freigemacht werden soll. Laut einer Beschlussvorlage für den Stadtrat soll mit dem Bebauungsplans (Nr. 355-6) „Fort III“ auf dem Gelände der ehemaligen Festungsanlage (in den 1860er und 1870er Jahren entstanden und westlich der Thomas-Müntzer-Straße gelegen) eine Wohnsiedlung mit mehrgeschossigen Wohn- sowie Reihenhäusern entstehen.

Kette greift alte Struktur auf

Das Besondere dabei: Die Bauten sind als eine Art Kette angeordnet und miteinander verbunden. Damit wird auf die Historie des Gebiets eingegangen – die Neubauten folgen dem wallförmigen Verteidigungsring, der einst hier stand, wie vom Projekt-Team der Baulandgesellschaft Magdeburg zu erfahren ist. Das Unternehmen ist der Vorhabenträger und strebt mit dem Wohnprojekt an, „den historischen Charakter, der derzeit nicht gegeben ist, wiederherzustellen“. Denkbar sei, den Exerzierplatz wieder einzurichten, um ihn zu besonderen Anlässen als Veranstaltungsfläche zu nutzen oder einen historischen Erlebnispfad einzurichten.

Bei dem Bauprojekt, bei dem auch erneuerbare Energien eingesetzt werden sollen, werden keine Luxuswohnungen entstehen, „sondern bezahlbarer Wohnraum“, wie vom Unternehmen betont wird. Offen ist, ob die Wohnungen von der Baulandgesellschaft (ist unter anderem für das Baugebiet „Kümmelsberg-West“ verantwortlich und realisiert derzeit die Einfamilienhaussiedlung „Frankefelde-Ostseite“) vermarktet, sprich als Wohneigentum, angeboten oder im Bestand geführt und vermietet werden. „Da befinden wir uns noch in der Planungsphase“, wie es auf Volksstimme-Nachfrage heißt.

Von der Anlage ist nichts mehr zu sehen

Konkreter ist da die Gestaltung des Umfelds. Außerhalb des Wohnrings sind private Grünflächen vorgesehen, im Inneren eine zentrale Grünfläche als Spiel- und Erholungsraum für die Bewohner, die aber auch öffentlich zugänglich sein soll.

Drei- bis viergeschossige Wohnhäuser bilden die Eckpunkte der angestrebten neuen Wohnanlage, die über die Thomas-Müntzer-Straße und die Astonstraße erschlossen werden soll, so der Plan. Der Gestaltungsbeirat der Stadt hat sich bereits mit dem Projekt befasst und seine Empfehlung ausgesprochen.

Von der zerstörten Festungsanlage „Fort III“ ist augenscheinlich nichts mehr übrig geblieben – sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zurückgebaut. Auf dem über 40.000 Quadratmeter fassenden Gelände befinden sich derzeit eine Hundeschule, ein Garagenhof sowie eine öffentlich zugängliche Brachfläche mit einigen wenigen Bäumen beziehungsweise Sträuchern. Diese werden weichen, sollte das Bauprojekt realisiert werden.

Der Stadtrat entscheidet im Oktober über den Antrag auf Einleitung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das ehemalige Fort III.