Magdeburg l 45.000 Quadratmeter Wohnfläche sollen auf dem Gelände der ehemaligen Magdeburger Bördebrauerei an der Sieverstorstraße im Stadtteil Alte Neustadt entstehen, hatte die „The Grounds AG“ aus Berlin angekündigt. Bei aktuellen Baukosten von circa 2000 Euro pro Quadratmeter wird schnell klar, welche finanziellen Dimensionen das Projekt des Immobilienunternehmens haben wird. „Mit allen weiteren Kosten sind wir im dreistelligen Millionenbereich“, sagt Steffen Buckwitz, zuständiger Projektentwickler bei „The Grounds“.

Betreutes Wohnen

750 Wohnungen, u. a. im Betreuten Wohnen und in einem Boarding House (Pension zur längerfristigen Anmietung), aber auch in normalen Miet- und Eigentumswohnungen sind geplant. „Bei der Summe ist klar: Das baut nicht einer allein“, stellt Steffen Buckwitz fest. Einen Teil werde man zwar auch für den eigenen Bestand entwickeln, für die weiteren Etappen wie die Senioreneinrichtung oder eine ebenfalls geplante Kindertagesstätte suche man dann Partner, die die jeweiligen Projekte umsetzen.

Die Häuser sollen in verschiedenen Phasen entstehen, aber wenn es nach dem Willen der neuen Eigentümerin geht, nicht über zu viele Jahre. „Wir wollen das Projekt nicht zu lange hinauszögern“, sagt Buckwitz und betont zugleich, dass die Entwicklung noch ganz am Anfang stehe und somit die genaue Ausführung noch komplett offen sei.

Kein Supermarkt, aber vielleicht ein Café

Für die vielen neuen Bewohner muss es natürlich auch eine Versorgung geben, wie einen Bäcker, ein Café oder ein Restaurant. „Wir planen aber keinen großen Supermarkt“, sagt Steffen Buckwitz. Man wolle sehr behutsam vorgehen und Stadtverwaltung und Stadtrat mitnehmen. „Wir haben das Stadtplanungsamt auf unserer Seite. Von dort gibt es sehr positive Signale“, erklärt er. Deshalb gehe sein Unternehmen davon aus, dass der Bebauungsplan bereits Ende 2018 beschlossen wird. Zuvor war das über ein Jahrzehnt nicht möglich gewesen.

Und was sagt die Stadtverwaltung Magdeburg zu den Wiederbelebungsplänen für die seit Jahren dahinsiechende Sieverstorstraße? Die gibt sich vornehm zurückhaltend. Auf VolksstimmeAnfrage teilt Rathaussprecher Michael Reif nur mit, dass „das Konzept des Projektentwicklungsbüros weitgehend mit dem Bebauungsplanvorentwurf des Stadtplanungsamtes übereinstimmt“.

Pläne 2017 vorgestellt

Dieser war im September 2017 auf einer Bürgerversammlung vorgestellt worden. Im Vorfeld des Grundstückskaufs sei der Investor mehrfach im Stadtplanungsamt gewesen, um die baulichen Möglichkeiten des Projekts abzustecken. Derzeit würden die Gutachten zum Artenschutz erstellt, die für das B-Plan-Verfahren notwendig sind, so Michael Reif.

Ein neues Viertel braucht auch einen neuen Namen. Dieser soll einen Bezug zur Geschichte des 38.000-Quadratmeter-Areals haben. „Es wird ein Name mit Bezug zur Bördebrauerei sein“, blickt Steffen Buckwitz voraus.