Magdeburg l Nur knapp sechs Wochen wurde die kleine Giraffe, die Shani überraschend am 1. Juni 2019 im Zoo Magdeburg zur Welt brachte, alt. Dann brach der kleine Bulle plötzlich zusammen und starb.

Die pathologische Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat nun ergeben, dass die Giraffe keinen Schlundrinnenreflex hatte. Dies erklärte der Zoo Magdeburg am 9. August 2019. Dem kleinen Bullen fehlte damit die kälbertypische Funktion beim Abschlucken.

Giraffe starb an Blutvergiftung

Fehlt der Schlundrinnenreflex, gelangt Milch fälschlicherweise in den Pansen, die Gärkammer des Vormagensystems. Im Pansen kommt es zur Fehlgärung der Milch. Dadurch stirbt die Bakterienflora ab, Zellgifte werden freigesetzt, die Pansenwand beschädigt. Keime gelangen in die Blutbahn.

Die kleine Giraffe starb damit an einer Blutvergiftung, der Kreislauf brach zusammen. Die Vergiftung erkläre auch die schlechte Mobilität des Jungtieres, so der Zoo Magdeburg. Die Bakterien waren auch in die Gelenke gelangt.

Für die Tierpfleger sei die Fehlfunktion nicht erkennbar gewesen. Zudem gebe es keine tiermedizinischen Zusammenhänge zwischen den vorherigen Todesfällen bei den Giraffen im Zoo Magdeburg. Daher stünden auch keinen Gründe im Weg, die Zucht von Rothschild-Giraffen im Zoo Magdeburg fortzusetzen.