So soll Brache entwickelt werden Zukunft für Areal des Magdeburger Eisenbahnerkulturhauses neu gedacht
Aus für den Plan zum Demenzheim auf der Brache unweit des Magdeburger Winterhafens: Nun wird an einer neuen Idee gearbeitet.

Magdeburg. - Noch ist das Gelände des früheren Eisenbahnerkulturhauses in Magdeburg eine offene Fläche mit wechselvoller Geschichte. Doch im Ausschuss für Umwelt und Energie war nun von einer wichtigen Wende zu erfahren. Eine Wohnstätte für Demenzkranke, die lange als gesetzt galt, wird nicht weiterverfolgt. Stattdessen rückt eine neue Idee in den Mittelpunkt, die dem sensiblen Standort Rechnung tragen soll.
Warum das Demenzwohnen keine Option für Gelände des alten Eisenbahner-Kulturhauses Magdeburg ist
Im Ausschuss informierte das Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt darüber, dass die ursprünglich geplante Wohnstätte für Demenzkranke auf dem Areal des ehemaligen Eisenbahner-Kulturhauses vom Tisch ist. Zwar liegt das Gelände unweit der Kanonenbahnbrücke über die Alte Elbe etwas höher als die angrenzenden Flächen des Magdeburger Stadtparks Rotehorn, dennoch bleibt das Risiko eines Extremhochwassers ein entscheidender Faktor. Im Ernstfall müssten die Bewohner evakuiert werden – ein Szenario, das gerade für Menschen mit Demenz eine enorme Belastung darstellen würde.
Denn das Herausreißen aus der gewohnten Umgebung kann für Demenzkranke viel belastender als für gesunde Menschen sein. Hinzu kommt: Für eine solche Notlage müssten andernorts kurzfristig freie Plätze bereitgehalten werden – ein organisatorischer und personeller Aufwand, der als kaum leistbar gilt. Diese Abwägung führte nun zum Kurswechsel.
Was an dieser Stelle auf dem Magdeburger Werder entstehen soll
Vom Tisch ist eine soziale Nutzung des rund 15.000 Quadratmeter großen Grundstücks jedoch keinesfalls. Statt eines spezialisierten Demenzzentrums könnte hier künftig eine Seniorenwohnanlage entstehen. Der Unterschied: Ältere Menschen ohne dementielle Erkrankung ließen sich im Hochwasserfall zeitweise auch in Hotels oder anderen Einrichtungen unterbringen.
Die Verwaltung betont jedoch, dass die Planungen noch am Anfang stehen. Voraussetzung für eine Umsetzung wäre ein schlüssiges Hochwasserkonzept, das die sichere Evakuierung im Ernstfall regelt.
Wie in Magdeburg um das Areal gerungen wird
Die Diskussion um das Areal zieht sich bereits seit Jahren. Im Frühjahr 2021 war im Stadtrat noch einmal intensiv darüber gestritten worden, ob auf dem Gelände zwischen Winterhafen und Schwarzem Weg ein generationenübergreifendes Projekt mit Demenzwohnen und Kita entstehen darf. Damals standen Fragen des Hochwasserschutzes, des Denkmalschutzes und der Erreichbarkeit im Raum. Unterschiedliche Ausschüsse hatten gegensätzlich votiert.
Spätestens im Spätsommer 2022 nahm das Projekt Fahrt auf: Die Ruine des ehemaligen Eisenbahner-Klubhauses wurde vollständig abgerissen. Eine Genehmigung war nicht erforderlich, da das Gebäude weder unter Denkmalschutz stand noch Teil der denkmalgeschützten Parkanlage war.
Der Investor, die Freytag & v. d. Linde Projekt-, Management- und Baugesellschaft, verteidigte den Abriss mit Verweis auf die Baufälligkeit und Sicherheitsrisiken. Zwei Drittel der Fläche sollen langfristig unbebaut und öffentlich zugänglich bleiben.
Übrigens: Angesichts des frühen Stadiums, in dem das Vorhaben noch steckt, ist ein konkreter Baubeginn noch ungewiss. Und auch für Menschen, die in Nachbarschaft des Rotehornparks in der Seniorenwohnanlage leben möchten, lohnt es sich vor diesem Hintergrund noch nicht, schon jetzt die Umzugskisten zu packen.