Oebisfelde l Dass die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland keine Selbstverständlichkeit ist, diese Säule aller Gesellschaftsschichten auch Veränderungen, Anfeindungen und Gewalttaten erfährt, das verdeutlichten Schüler der neunten Klassen der Sekundar- und Gemeinschaftsschule Oebisfelde zur Eröffnung der Wanderausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“. Das Landesbüro Sachsen-Anhalt der Friedrich-Ebert-Stiftung hat diese repräsentative Präsentation initiiert und stellt sie an zehn Orten im Land pro Jahr aus. Dienstag war der Auftakt 2019 in Oebisfelde.

An der Konzeption der aktuellen Ausstellung hat auch Wolfgang Höffken mitgewirkt. Als Mitarbeiter des Landesbüros und mit seiner vieljährigen Berufserfahrung war er mit der Präsentation durch die Schüler „einverstanden“. Doch das zögerliche Vortasten, der zu spürende Abstand zu dem komplexen Thema, bestärkt Höffken und seine Kollegen immer wieder aufs Neue, das Thema „Demokratie begreifen, leben und verteidigen“ in die Öffentlichkeit zu tragen, um so aufmerksam zu machen und um eine Wertschätzung zu erreichen.

„Demokratie bestimmt unseren Lebensalltag. In der Schule ist es beispielsweise der Schülersprecher“, verdeutlichte dann auch Bürgermeister Hans-Werner Kraul, der aus purem Interesse gekommen war. Für ihn ist ersichtlich, dass die Jugend immer mehr das Interesse an der kleinen wie großen Politik verliert. Das gilt es zu verhindern, damit die bürgerliche Freiheit, die Rechte wie Pflichten daraus als demokratisches Faustpfand bewahrt bleiben, sieht Kraul gesellschaftlichen Handlungsbedarf und eine notwendige politisch spürbare Stärkung der demokratischen Strukturen.

Bilder

Demokratie

Bei den Jugendlichen stand die Definition von Demokratie nicht so stark im Fokus. Das wurde vielmehr als angenehmer Lebensstatus angesehen. Es waren vielmehr die Schlagwortbegriffe wie Rechte, NPD, Nazis, AfD, Krieg oder Ausgrenzung, die die Teenager in Verbindung mit Gewalt, ideologische Verblendung und „verbotene Sachen“ brachten.

Gegenüber dem Rechtsextremismus müssen Bürger wie Staat und Land aufmerksam bleiben. Aufklärung und Aufzeigen tut Not, um nachhaltig derart verfassungsfeindliches Ansinnen zu unterbinden. Dennoch besitzt der Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt in der Häufigkeit keine Sonderstellung, heißt es von Höffken. In der Häufigkeit von derartigen Straftaten ist nach dem Spitzenwert von 1576 Vorfällen in 2012 eine Verminderung auf 1339 in 2013 zu verzeichnen.

Die öffentliche Ausstellung ist noch bis Freitag, 18. Januar, zu besichtigen. Anmeldungen telefonisch unter 039002/400?16 erforderlich.