Oebisfelde l In der Öffentlichkeit werden vor allem die Sauberkeit auf dem Bahnhofsareal, fehlende sanitäre Einrichtungen und das Fehlen von barrierefreien Zugängen heftig kritisiert. Die Forderungen nach Veränderungen, nämlich hin zu einem Bahnhof, der den Anforderungen gerecht wird, nimmt öffentlich zu. So versucht derzeit der Behindertenkreis Oebisfelde-Weferlingen weitere Mitstreiter im kommunalpolitischen Bereich zu finden, um so gestärkt mit der Deutschen Bahn AG ins Gespräch für ein Stück weit mehr Barrierefreiheit zu kommen. Entsprechende Unterstützungen wurden von Bürgermeister Hans-Werner Kraul (CDU), Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch (UWG), WfO-Stadtratsfraktion und der Seniorenbeauftragten für die Einheitsgemeinde, Angelika Odenbach, zugesagt. Eine Entscheidung des Stadtratgremiums steht aufgrund der Sommerpause noch aus, informierte unlängst Bettina Klinnert vom Behindertenkreis. Sie ist zugleich die Behindertenbeauftragte der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen.

Kritik an den Zuständen auf dem Bahnhofsterrain ist nicht allein von einheimischen Nutzern durchgängig wahrzunehmen. So pendelt der Hannoveraner Stephan Schulrath fast täglich zwischen seiner Heimatstadt und dem Oebisfelder Bahnhof. Schulrath hat über eine Förderung der Agentur für Arbeit den Beruf des Lokführers erlernt, ist bei einem Unternehmen angestellt, das den Firmensitz auf dem Oebisfelder Güterbahnhof hat. Er kommt so auf vielen Bahnhöfen im Bereich von Nord- und Mitteldeutschland herum.

Nach seiner Einschätzung ist der Oebisfelder Bahnhof im Vergleich zu anderen eher einer der schmutzigen. Seine Aussage macht der Bahner an den vielen „wilden Graffitis“, den Zigarettenkippen und Unrat fest, den er immer wieder bemerkt, sowie am unübersehbaren Vandalismus.

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Stadtverwaltung nur für Tunnel verantwortlich

Dass er mit der Kritik nicht allein dasteht, zeigt die Kritik des Klötzer Stadtratsmitglieds Wolfgang Mosel (Die Linken), der als Bahnreisender den Bahnhof Oebisfelde nutzt (Volksstimme berichtete). Andere Personen nutzen den Tunnel unter den Gleisanlagen dazu, um den als eine von der Stadt mittels Vertrag mit der DB Bahn AG vereinbarte Abkürzung zu nutzen.

Bürgermeister Kraul weist in diesem Zusammenhang explizit darauf hin, dass die Stadtverwaltung lediglich für die Tunnelquerung verantwortlich ist. Seinerzeit ist die Stadt im Sinne einer Annehmlichkeit für die Bürger diese Vereinbarung mit der DB Bahn AG eingegangen, erklärt Kraul.

Wie zudem zu erfahren war, wird der Tunnel regelmäßig durch Mitarbeiter des Wirtschaftshofes gesäubert. Doch anscheinend finden sich immer wieder „Zeitgenossen“, die in der Sicherheit unbeobachtet zu sein, sich ihres Wohlstandsmülls entledigen, oder es wird eben an der Deckenverkleidung herumgerissen, redet der Bürgermeister Tacheles. Dass dort sogar Überreste von Notdurft zu finden sind, ist absolut übel, bedauert Kraul. Fast immer handelt es sich jedoch um tierische Exkremente.

„Es wäre Zeit für Veränderungen. Aber auch für Verhaltensänderungen jener Personen, die Bahnhof und Tunnel als Abladeplatz von für sie nicht mehr nutzbaren Resten ansehen“, meint Kraul.

Grundsätzliche Äußerungen dieser Art werden auch immer wieder seitens der Deutschen Bahn AG und von den gekoppelten Firmen bekundet. Allein eine adäquate Umsetzung ist bis zum heutigen Tag ausgeblieben.