Oebisfelde l Die SLM-Erfolgsstory begann 1998 mit sechs Mitarbeitern und sieben Maschinen. Firmenchef Thomas Brüsch ist Wolfsburger, dessen wirtschaftliche Wurzeln aber eng mit Oebisfelde verflochten sind. Seine Eltern führten seit 1992 das mittlerweile geschlossene Bergler-Werk in Oebisfelde. Brüschs Vater Hartmut sorgte früh dafür, dass der Sohn wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen konnte. Bis vor wenigen Monaten kümmerte sich Hartmut Brüsch noch um die Ausbildung und repräsentierte das Unternehmen auch in der Öffentlichkeit. Er gehört zudem zum Gremium des Wirtschaftsbeirates der Stadt Oebisfelde-Weferlingen.  Im Unternehmen werden aktuell 239 Mitarbeiter beschäftigt, davon neun ausgebildet.

SLM ist der größte Arbeitsgeber in der Kommune Oebisfelde-Weferlingen. Heute beschäftigt das Unternehmen 239 Mitarbeiter und arbeitet mit rund 50 Spritzgussmaschinen für die Automobilriesen VW, Audi, BMW und Porsche. 2010 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 20, 2014 einen Umsatz von rund 32 Millionen Euro, aktuell für 2017 sind es 35 Millionen Euro.

Hinter diesen Zahlen steht der Druck, sich am Markt als mittelständisches Unternehmen behaupten zu können, wie Unternehmer Brüsch im Gespräch mit der Volksstimme betonte. „20 Jahre auf Wachstumskurs, das kommt nicht von allein. Dass dieser täglich kalkulierte Selbstläufer wirtschaftlich nicht aus der Spur gerät, dazu gehören tägliche Besprechungen, Marktanalysen, verlässliche Geschäftspartner und vor allem motivierte Mitarbeiter. Ich glaube, diese Mischung stimmt derzeit bei uns“, heißt es von Brüsch.

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Auf dem Markt behaupten

SLM gehört mittlerweile zu einem der führenden Systemlieferanten der Automobilindustrie, muss sich jedoch am Markt behaupten. Beispielsweise steht SLM im Wettbewerb zu den Unternehmen BKT und ELDISY in Gardelegen.

Die Kunststoffteile werden derzeit von 50 Spritzgussmaschinen mit Größenordnungen von 35 bis 1700 Tonnen Schließkraft erzeugt. Und weitere Produktionsmaschinen werden bis zum Jahresende folgen. Dann nämlich wird bei SLM eine neue Produktionshalle in Betrieb gehen. Derzeit ist jedoch erst eine Logistikhalle kurz vor der Fertigstellung.

Wie es Thomas Brüsch formuliert, ist diese Erweiterung die Folge von Auftragsbüchern, die für die Jahre 2019 und folgende bis an den Rand gefüllt sind. Zulieferteile für den Golf VIII, den VW Tiguan, aber auch für die BMW-Palette und in kleineren Stückzahlen für Porsche fordern diese Expansion. Doch der Fachkräftemangel zerrt an der Produktivität. „Schule, Politik und Wirtschaft müssen den produktiven Arbeitsplatz wieder als attraktives Berufsziel ausweisen“, fordert Brüsch. „Mit der neuen Produktionshalle entstehen auch neue Arbeitsplätze. Wenn ich mir aber manche Bewerbungsunterlagen ansehe, Bewerbungsgespräche führe, dabei Motivationsgründe für einen Ausbildungsplatz anhören muss, dann wird mir doch manchmal bange“, wundert sich der Unternehmer. „Unser Unternehmen bietet Arbeitsplätze vom Mitarbeiter in der Produktion, in der Verwaltung, im Marketing bis hin zum Ingenieur. Und dafür bilden wir mit zahlreichen Annehmlichkeiten für die Ausbildenden auch aus. Doch die jungen Menschen müssen für diese Aufgaben motiviert sein und sich einbringen“, setzt Brüsch diese Duftmarke hoch an.

Dass Thomas Brüsch sein Oebisfelder Unternehmen immer noch als Familienbetrieb ansieht, äußert sich durch das alljährliche Fest für Mitarbeiter, deren Partnern, Geschäftspartnern und Freunden der Familie auf dem SLM-Gelände. In diesem Jahr findet das Event aus Anlass des 20-jährigen Bestehens am 14. September statt. Und für den besonderen musikalischen Höhepunkt hat Thomas Brüsch diesmal die Band „Revolverheld“ engagiert. Wie in den Jahren zuvor, sammelt Brüsch auch diesmal wieder Spenden für mildtätige Zwecke. So kamen 2017 stolze 5000 Euro für die Oebisfelder Kita Knirpsentreff zusammen.