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DorflebenIn Döhren ist viel los von Ostern bis zum Nikolaustag

Im Winter haben die Döhrener kaum Gelegenheit, sich in größerem Rahmen zu treffe. Dafür planen Heimatverein, freiwillige Feuerwehr und Kirchengemeinde wieder viele Veranstaltungen für das Jahr. Was sie genau vorhaben.

Von Marita Bullmann 22.01.2024, 18:15
Christina Matschke (l.) und Anika Janke gehören zu den Mitgliedern des Heimatvereins und Helfern, die auch die Heimatstube auf dem alten Kornboden in Ordnung halten.
Christina Matschke (l.) und Anika Janke gehören zu den Mitgliedern des Heimatvereins und Helfern, die auch die Heimatstube auf dem alten Kornboden in Ordnung halten. Foto: Marita Bullmann

Döhren - Ein bisschen neidisch schauen die Döhrener in diesen Wochen auf die Nachbarorte, denn dort werden Grünkohlwanderungen organisiert, die auf große Resonanz stoßen. Noch haben sie die Hoffnung nicht aufgegeben, dass solche Wanderungen eines Tages auch in Döhren wieder möglich sein werden. Seit Jahren scheitert das daran, dass es keine Räumlichkeiten gibt, um nach der Wanderung gemeinsam zu essen.

So können auch in diesem Jahr wieder nur Veranstaltungen in der warmen Jahreszeit geplant werden. Und da sind die Döhrener eifrig dabei. Schließlich sorgen Heimatverein, Kirchengemeinde und freiwillige Feuerwehr mit vielen Helfern alljährlich dafür, dass sich die Einwohner in der warmen Zeit immer wieder treffen können.

Familien stehen im Mittelpunkt

Die Organisatoren legen großen Wert darauf, viel für die Familien anzubieten, denn das 200-Seelen-Dorf hat viele Kinder, und immer wieder ziehen junge Familien ins Dorf. Bei den kleinen Festen ist Gelegenheit, sich kennenzulernen. Und immer mehr junge Leute helfen im Dorf auch bei Aktionen mit. Eingebürgert hat sich mittlerweile eine Woche vor Ostern das Osterkörbchensuchen und Eiertrudeln, wozu die Kirchengemeinde einlädt. Die Kinder haben dabei viel Spaß. Am letzten Sonnabend im April entzündet die Feuerwehr das traditionelle Maifeuer. Im vergangenen Jahr haben junge Leute aus dem Heimatverein ein Familienfest am 1. Mai organisiert und damit an frühere Feste an diesem Feiertag erinnert.

Ebenfalls im Mai, und zwar am zweiten Wochenende des Monats, wird der Apfelkuchentag an der Kirche begangen. Dieser Tag, der seinen Ursprung eigentlich in den USA hat, wurde nach den Corona-Jahren ins Leben gerufen, ganz einfach, um eine Gelegenheit zu schaffen, sich nach den Einschränkungen wieder zwanglos zu treffen.

Dorf wird 1020 Jahre alt, die Feuerwehr 120

Da Döhren einen Weg hat, an dem viele alte Apfelbäume stehen, war zudem die Idee entstanden, hier in jedem Herbst weitere Bäume zu pflanzen. Fünf Bäume kamen im Oktober 2023 schon hinzu. Drei Familien haben bereits signalisiert, dass sie in diesem Jahr Bäume spenden wollen.

In diesem Jahr kann Döhren den 1020. Jahrestag der urkundlichen Ersterwähnung begehen. Viele erinnern sich immer noch an das riesige Fest zum 1000. Geburtstag. Das kann nicht wiederholt werden. Dennoch soll das Hoffest am 1. September größer werden als sonst, ist sich Gudrun Heinecke, die Vorsitzende des Heimatvereins, sicher. Die FFw, die 120 Jahre alt wird, hat erneut die große Hüpfburg zum Hoffest am ersten Septembersonntag bestellt und wird sich den Gästen präsentieren. Noch ist das Programm für dieses große Fest nicht fertig. Gudrun Heinecke freut sich weiter über Interessenten, die den Tag mit Ständen oder auf andere Weise ergänzen möchten. Wer dabei sein möchte, kann sich gern bei ihr melden. Zu dem Fest wird auch die Heimatstube auf Schenkes Hof wieder überarbeitet.

Einzigartige Tradition lebt fort

Zum Sonnabend vor dem 1. Advent planen Aktive vom Heimatverein wieder, einen Weihnachtsbaum in der Ortsmitte zu schmücken, der auch beleuchtet wird. Dafür haben in den Jahren zuvor Kinder gebastelt und Einwohner haben nicht mehr benötigten Baumschmuck zur Verfügung gestellt. Ein Nikolaustag ist in Döhren undenkbar ohne das Umsingen. Diese Tradition, die seit mehr als einem Jahrhundert nachweisbar ist, ist in der Region einzigartig, das gibt es in keinem anderen Dorf in der Region. Und mit einem besonderen Gottesdienst mit Glühwein am Heiligabend wird das Jahr in dem kleinen Dorf an der früheren Grenze ausklingen. Auf den Start ins nächste Jahr mit einer Grünkohlwanderung warten die Döhrener weiter.