Rätzlingen/Niendorf l Seit mittlerweile 107 Jahren wird unter der Regie des SV Einigkeit in Niendorf dem Sport gefrönt. In den auch überregionalen sportlichen Mittelpunkt rückten die Niendorfer vor allem durch ihre Großfeld-Handballer. Sie zogen in den 50- und 60er Jahre durchaus erfolgreich durch die Altmark. Mit der nach und nach eingeleiteten Wende zum Hallen-Handball blieben viele Niendorfer zwar weiter am Ball, doch ohne eigene Mannschaft. Gespielt wurde nun in Oebisfelde bei Lokomotive oder Dynamo in der Sporthalle am Bahnhof.

Doch nicht alle Niendorfer hatten den Handball im Fokus. Vor allem nicht die sportlich interessierten Frauen. So gründeten sie 1968, zuvor existierte eine noch nicht organisierte Frauengruppe mit Edith Bicknäse an der Spitze, die Frauen-Gymnastikgruppe im SV Einigkeit. Angeleitet wurde diese von Edith Teitge. „Das ist jetzt etwas mehr als 50 Jahre her. Leider fanden wir im vergangenen Jahr keinen geeigneten Termin, um das Jubiläum gebührend zu feiern. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, sagte am Samstagabend Einigkeit-Vorsitzende Inge Henneboh in der Rätzlinger Gaststätte Goldene Gans anlässlich der Jubiläumsfete.

Natürlich drehte sich während des lockeren Abends viel um die alte Zeit. Zum Beispiel um die Frauen der ersten Stunde. Neben Edith Teitge gehörten auch Hilde Witte, Hanna Böcker, Ilse Schilling, Anneliese Schliephake, Agnes Neehus, Heidemarie Günther, Edelgard Stottmeister und Elisabeth Franke dazu.

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Die Niendorfer Frauen bekamen auch fachliche Hilfe. In den Anfängen vom Weddendorfer Wilhelm Bischoff und dann über viele Jahre von Doris und Horst Grimm. Und es stellten sich Erfolge ein. Neben öffentlichen Auftritten sowie den regelmäßigen Prüfungen zum Sportabzeichen nahm beispielsweise Reni Jaschke 1971 am Turn- und Sportfest in Leipzig teil.

Zusammenhalt

Inzwischen ist es etwas ruhiger um die von Uta Böcker angeleiteten gymnastischen Frauen geworden. Öffentlich treten sie schon lange nicht mehr auf, doch der Zusammenhalt ist nach wie vor bestens.

In der Öffentlichkeit stehen indes noch die Einigkeit-Tischtennis-Männer. Sie waren in der Goldenen Gans ebenfalls dabei. Grund: Die Sparte wurde vor etwas mehr als 40 Jahren (1978) gegründet und feierte natürlich mit den Frauen zusammen.

Zwei Männer halten dabei ihrer Sparte von Anfang an die Treue: Rüdiger Grams und Horst Rieck. „Gemeinsam mit Gernot Reck, Werner Franke und dem ersten Spartenleiter Aldo Heinrichs hoben sie das Tischtennis aus der Taufe“, erinnerte der aktuelle Spartenleiter Jens Oppermann, der sein Amt inzwischen auch schon 28 Jahre ausübt. An den Start gingen die Niendorfer in den kreislichen Klassen der Altmark zwischenzeitlich mit drei Mannschaften. Aktuell sind sie mit zwei Teams dabei.

Zu den „Urgesteinen“ zählen mittlerweile auch Uwe Franke und Norbert Kubis. „Wir haben aber auch immer wieder Unterstützung aus den umliegenden Orten bekommen. So freuen wir uns, dass Bernd Bomballa, Peter Stöter und Andreas Schwerin uns seit vielen Jahren helfen“, so Jens Oppermann weiter.