Buchhorst l Mit den gesetzlichen Auflagen gegen die Ausbreitung der Corona-Krise begann der Überlebenskampf der Zirkusse unter einem familiären Dach. Das finanzielle Polster für den gemeinsamen Zirkusbetrieb war bereits im April aufgebraucht, da bestand noch Hoffnung, doch noch in eine Zirkus-Saison starten zu können. Doch schon bald war klar, dass es diese Chance nicht geben wird. Absagen, wohin der „Circus Malford“ und der „Zirkus Happy“ auch wollte.

Aufgrund der Corona-Auflagen wurde nichts aus den Auftritten in Oebisfelde, Velpke und anderswo. „Würden wir nicht mit Futterspenden für unsere Tiere durch Landwirte unterstützt, die Folgen wären nicht auszudenken“, will Michel Heinen diese Gedanken nicht vertiefen. Selbst leben die acht Zirkusleute täglich von der Hand in den Mund. Drei von ihnen erhalten finanzielle staatliche Unterstützung, was für alle den Monat über reichen muss.

Da eine deutliche Lockerung der amtlichen Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie absehbar nicht erfolgen wird, somit die Zirkusleute weiterhin in Buchhorst ausharren müssen, wurde aus dieser Not heraus die Idee geboren, auf Spendenbasis das künstlerische Vermögen als Privatleute anzubieten, beschreibt Michel Heinen die vielleicht rettende Idee für das Fortbestehen der Zirkusfamilie.

Bei privaten Auftritten Spenden sammeln

Und so könnte das Vorhaben nach den Vorstellungen von Michel Heinen funktionieren: Über die zentrale Telefonnummer 0157/86 36 17 52 können Artisten beider Zirkusse, einschließlich des Clowns und auch mit dressierten Tieren, für Kindergeburtstage, bei Firmenjubiläen, für Auftritte in Pflegeeinrichtungen oder auch im Rahmen von Vereinsaktionen angefordert werden. Die Artisten kommen dann als Privatleute zu der Veranstaltung und zeigen ihr jeweiliges Können, als würden sie in der Manege auftreten. Für die Darbietungen „geht dann quasi der Hut herum“, es wird also um eine Spende gebeten.

Diese Aktion dürfte, wenn sie denn nicht funktioniert und die Regelungen gegen eine Ausbreitung der Corona-Pandemie nicht gelockert werden, das endgültige Aus für die Buchhorster Zirkusfamilie bedeuten. Denn, wie heißt es doch im übertragenen Sinn: „Der Applaus ist der Artisten Lohn“. Wenn aber keine Vorstellungen gegeben werden dürfen, bleiben Applaus und Lohn ein Wunsch.

Noch aber haben Michel Heinen und ihre Zirkusfamilie nicht aufgegeben. Ihre Herzen schlagen seit Kindesbeinen für den Zirkus. „Wir Artisten sorgen immer wieder dafür, dass unser Publikum in eine Welt eintauchen kann, die Kunststücke und Akrobatik bietet, die ins Staunen versetzt, aber auch entfesselnden Humor durch unsere Clownerie auslöst. Dafür leben wir, das zeichnet Zirkus aus“, hofft Michel Heinen nun auf Hilfe durch Anrufe.