Jubiläumsfeier 175 + 2

Ältester Chor des Bördekreises lässt sein Jubiläum nicht sang- und klanglos vergehen

Von Ronny Schoof
Einziger kleiner Höhepunkt im Jubiläumsjahr des Männerchors "Glückauf" war das aus dem Stegreif gegebene Probenkonzert auf der Treppe des Sommersdorfer Dorfgemeinschaftshauses. Die eigentliche Feier wurde auf 2021 und núm ein weiteres Jahr verschoben. Foto: Heino Bögelsack

Sommersdorf

Exakt ein Jahr ist es her, da sich der Sommersdorfer Männerchor „Glückauf“ mit dem Gedanken abfand, das musikalisch-gesellige Jubiläum anlässlich seines 175-jährigen Bestehens wohl in eine „175 + 1“-Feier umwandeln zu müssen. Ein Dorffest im August mit großem Gastchörekonzert und gleichzeitiger Geburtstagsfete für die örtliche Feuerwehr hatte man sich vorgenommen. „Aber die Tendenz geht in Richtung Verschiebung um ein Jahr, weil derlei Veranstaltungen vermutlich noch nicht wieder erlaubt sein werden“, ahnte seinerzeit schon Chorleiter und Kulturausschussvorsitzender Eckehart Beichler, was wenige Wochen später Realität wurde.

Im Mai 2021 nun ist man wieder am selben Punkt angelangt. Alle Hoffnung auf ein unbeschwertes Dorffest im nahenden Sommer hat sich zerschlagen. Letzter Höhepunkt ist und bleibt vorerst das recht spontan im September zustandegekommene Treppenkonzert der „Glückauf“-Männer am Dorfgemeinschaftshaus. „So bitter es ist, die beiden großen Jubiläen müssen noch um ein weiteres Jahr verschoben werden“, informiert Eckehart Beichler. Die Verantwortlichen hätten sich dazu „in klarem Einvernehmen“ entschlossen.

Vorlaufzeit reicht nicht aus

Eine echte Alternative zur zusehenden Verjährung der beiden feierlichen Anlässe habe es allerdings nicht gegeben. Beichler erklärt dazu: „Die Festivitäten wären frei nach der Devise 'plus 1' in diesem Sommer nachzuholen – so die optimistische Planung, die aus vorjähriger Sicht auch durchaus realistisch klang. Inzwischen dürfte jedoch feststehen: Auch 2021 hat uns Corona noch längst nicht aus der Geiselhaft entlassen. Selbst wenn alles gut geht und die Impferfolge für die zweite Jahreshälfte wieder größere Veranstaltungen zulassen sollten, erscheint es unmöglich, die erforderlichen Vorlaufzeiten für alle Festplanungen zu schaffen.“

Zweifel an Zuspruch in diesem Jahr

Demnach würde man ins Blaue hinein organisieren, wobei aus Beichlers kulturbewährter Sicht „weder für Zeltreservierungen noch für ordentliche Programmvorbereitungen, Gastchor-Einladungen oder kreisweite Absprachen auf Feuerwehrebene ausreichend Spielraum“ gegeben sei. Beichler gibt außerdem zu bedenken: „Und ob sich der Publikumszuspruch angesichts der vielleicht eben erst überstandenen Pandemie in erforderlichem Maße einstellen würde, lässt sich in keiner Weise gewährleisten.“

So muss des Kreises ältester Chor noch einmal ausharren, ehe der Hundertfünfundsiebzigste endlich würdig über die Bühne gehen kann – dann schon fast an die Hundertachtzig heranreichend. Eckehart Beichler will sich davon nicht entmutigen lassen und meint: „Die beiden historischen Ereignisse sind für uns zu bedeutsam, um sie sang- und klanglos vorübergehen zu lassen. Sie werden, gewissermaßen aus Freude über die erfolgreich bestandene dunkle Zeit der Corona-Pandemie, auf jeden Fall nachgeholt – dann eben unter der Parole '175 plus 2' und '130 plus 2'".

Pottburger hoffen und warten noch

Auch im anderen Sommer-Ortsteil, in Pottburg, wäre man jetzt längst in Jubiläumsstimmung. Und zwar würde der Sommerschenburger Heimatverein mitten in den Vorbereitungen für seine 25-Jahr-Feier stecken – neben den üblichen uns regelmäßigen Angeboten der Zerstreuung und Geselligkeit. Stattdessen paart sich auch dort Ungewissheit mit Frustration. Vereinsvorsitzende Hannelore Wölfer: „Wir möchten sehr gern wieder die Arbeit im Verein aufleben lassen, die monatlichen Treffs aktivieren, aber es geht nicht, wir sind lahmgelegt und können nur hoffen und warten.“