Harbke l Quercus castaneifolia lautet der botanische Name des exotischen Jünglings, der Parkgärtner Rudi Michalke ein verzücktes Lächeln ins Gesicht zaubert: „Das ist schon eine Besonderheit. Es handelt sich um eine Eiche, wie der Name Quercus schon sagt, deren Blätter aber auch Merkmale der Kastanie aufweisen – daher der Bestimmungsname castaneifolia, kastanienblättrig.“ Beheimatet ist sie vornehmlich im nördlichen Orient, sei aber auch in Nordamerika vorzufinden, so Baumexperte Michalke.

Im Schlosspark darf das gute Stück nun an eigens ausgesuchter lichter Stelle in die Höhe schießen – auf der so genannten „Tanzfläche“, im Verbund mit weiteren drei neu angepflanzten Gattungsgenossen, einer Scharlacheiche, einer Stieleiche und einer Traufeneiche. „Eichen soll man ja in Umgebung von Eichen pflanzen“, weiß Michalke. Und weiter: „Damit haben wir jetzt elf verschiedene Eichenarten im Park angesiedelt.“

Gespendet hat die Kastanienblättrige Eiche im Jubiläumsjahr die Jubiläumsarbeitsgruppe 975. Die reihte sich somit in die 15 Spender umfassende Liste der Harbker Baumpaten ein, die sich anlässlich des Festjahres an den Gehölzpflanzungen im Schlosspark beteiligt haben. „Unser herzlicher Dank gilt natürlich allen Spendern, seien es Einzelpersonen oder Gruppen“, sagt Bürgermeister Werner Müller, „es ist einfach eine tolle Sache, dass sich doch immer wieder so viele Paten finden und unseren historischen Park mit seinem Artenreichtum am Leben erhalten.“

Außer der AG 975 traten noch die „Blue Lake“-Partnerschaft und das große Schultreffen im Herbst als projektbezogene Paten in Erscheinung. Und ein Sonderlob, so Michalke und Müller unisono, hätte sich die Ortsgruppe der Volkssolidarität verdient, die ebenfalls im Verband einen Baum stiftete – und zwar aus einem spontanen Antrieb heraus.

„Genau gesagt, eine Esskastanie“, wie Rudi Michalke erklärt, „die nun eine Rosskatanie ersetzt hat, welche wiederum von einem größeren Baum zerstört worden war.“ „Als ich davon beim Sommergrillen der Volkssolidarität an der Orangerie berichtet habe“, setzt Werner Müller die Episode fort, „haben die Mitglieder der Ortsgruppe dann spontan zusammengelegt und uns so die neue Kastanie finanziert. Eine prima Geschichte, wie ich finde.“