Hötensleben l Vor 15 Jahren besuchte Gisela Mehnert die Bibelgalerie in Merseburg. Dort sah die Hötensleberin zum ersten Mal die gesichtslosen Egli-Figuren und war fasziniert. Solcherlei Puppen bestehen aus einem Drahtkörper, einem Kopf aus Styropor sowie Bleifüßen, damit ein sicherer Stand gegeben ist. Mehnert war fasziniert und fing an, selbst Egli-Figuren zu gestalten. Dabei kann sie ihre ganze Kreativität entfalten und die Figuren nach eigenen Ideen entstehen lassen. Dazu gehört nicht nur das Modellieren des Körpers, sondern auch die richtige Bekleidung. Aus der eigenen Nähstube, versteht sich. Kenntnisse der biblischen Erzählung und über das Leben der Menschen seinerzeit sei dafür eine wichtige Voraussetzung, sagt Gisela Mehnert.

Figuren ohne Gesicht

Die Figuren haben kein Gesicht, um sie von ihrem Ausdruck her nicht festzulegen. Gefühle und Absichten werden durch Körpersprache ausgedrückt. „Sie sind in Bewegung“, ist von der Künstlerin zu erfahren. Die Figuren können aufgrund ihrer variablen Grundstruktur sitzend, stehend, schreitend oder kniend aufgebaut werden.

Mit ihren beweglichen Krippenfiguren vermittelt Gisela Mehnert als kirchliche Mitarbeiterin für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit, somit auch den Jüngsten der evangelischen Gemeinde anschaulich die Erzählung von der Geburt Jesu. Längst ist sie vom „Puppenvirus“ befallen, und es entstehen unter ihren geschickten Händen immer mehr dieser erzählenden Figuren. Durch den Besuch verschiedener Lehrgänge hat sich Mehnert gar zur Kursleiterin weitergebildet.

Bewundernde Blicke

Die Krippe ist noch bis Januar zu sehen, dann werden auch die Heiligen drei Könige Bethlehem erreicht haben.

Viele bewundernde Blicke zog Mehnerts Diorama am Sonnabend anlässlich eines Konzerts auf sich. Alle zwei Jahre lädt die Chorgemeinschaft Hötensleben zu dieser Weihnachtsmusik in die Bartholomäuskirche ein. Diesmal hatten sich die Sängerinnen und Sänger um Pfarrer Peter Mücksch mit dem Bläserchor aus Eilsleben noch klangliche Verstärkung dazugeholt.

Musik zum Mitsingen

Das Besondere an dieser Veranstaltung ist zum einen, dass es anschließend Kaffee und Kuchen gibt, und zum anderen, dass die Besucher mitmachen. In seiner Begrüßung lud Hausherr Mücksch daher alle Musikfreunde nicht nur zum anschließenden gemeinsamen Kaffeenachmittag ein, sondern ermunterte auch zum kräftigen Mitsingen. Das fiel bei Liedern wie „Macht hoch die Tür“, „Es ist ein Ros entsprungen“ oder „Tochter Zion“ auch nicht schwer. Die Besucher erlebten eine abwechslungsreiche Stunde aus Gesang und Blasmusik und erfuhren dabei auch viel über die Advents- und Weihnachtszeit.

Besinnliche Zeit

Advent ist eine besinnliche Zeit – die Kerzen werden mehr, es werden Plätzchen und Stollen gebacken und verströmen einen verführerischen Duft, Geschenke werden gekauft und versteckt. Einen Teil davon konnten die Besucher am Sonnabend erleben und mit allen Sinnen leicht genießen. Schwer fiel an diesem Nachmittag allein die Entscheidung fürs Gebäck, denn das war reichhaltig und durchweg köstlich im Angebot.