Krottorf l Heiligabend geht so langsam zu Ende. Die Geschenke sind längst verteilt, ausgepackt und begutachtet, wie auch die Karpfen, der Kartoffelsalat oder die Käsefondues gegessen sind. Ruhe ist eingekehrt. Die einen sitzen noch gemütlich beisammen, andere bereiten sich auf den Schlaf vor, wieder andere träumen bereits. Es ist 22.45 Uhr und alles deutet darauf hin, dass es in der Westlichen Börde eine ruhige Weihnachtsnacht wird.

Doch eine Minute später wird alles anders. An und in mehreren Orten der Verbandsgemeinde wird es gewaltig hektisch. Zuerst in Krottorf in der Straße Vor den Häusern. Denn hier kommt zu diesem Zeitpunkt ein Mann nach Hause und bemerkt im Flur Rauch, dann sieht er, dass es hier und auch im Oberschoss des Mehrfamilienhauses brennt. Die Feuerwehr wird alarmiert.

Feuerwehren sind schnell am Unglücksort

Nun wird es auch dort gewaltig hektisch, wo die Gröninger, die Kloster Gröninger und die Großalsleber Feuerwehrleute Heiligabend verbringen. Die aber trotz alledem ruck, zuck in ihren Gerätehäusern und sogleich auf dem Weg zum Krottorfer Unglücksort sind.

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Dort kommt Gröningens Wehrleiter Mathias Jaensch als erster an. Denn der wohnt in Krottorf und läuft gleich in zivil los, als ihn sein Funkmelder informiert. Am Ort des Geschehens sondiert er ganz schnell die Lage. Er sieht, dass die Bewohner aus der schon lichterloh brennenden Wohnung genauso im Freien sind wie die aus der rechten Nachbarwohnung und weitere Bewohner des Umfeldes. Aber wo ist der Mann, der unter der brennenden Wohnung zu Hause ist? Gemeinsam mit einem weiteren Krottorfer verschafft sich Jaensch kurzerhand Zutritt, durchkämmt die Wohnung und rettet den Mann, der bereits geschlafen hat.

Parallel dazu treffen die drei zuerst alarmierten Wehren ein und haben es mit einem Vollbrand zu tun, wie Verbandsgemeindewehrleiter Mathias Langer sagt. So dass diese drei Wehren sogleich beginnen, das Feuer zu löschen und zu verhindern, dass es nach links oder rechts übergreift.

Beides gelingt ihnen – am Ende auch mit der Unterstützung von Feuerwehrleuten aus Kroppenstedt, Wulferstedt und Hordorf, die zusätzlich alarmiert und nach Krottorf gerufen werden. Nicht zuletzt, um gegebenenfalls die zeitlich nur begrenzt einsetzbaren Atemschutzgeräteträger auszutauschen. Schließlich bekommen die Brandbekämpfer das Feuer in den Griff, analysieren alles nochmal mit einer Wärmebildkamera und legen gegen 1.30 Uhr fest, dass alle drei Stunden eine Brandwache nach dem Rechten schaut.

Inzwischen hat sich der bereits mit den ersten Wehren eingetroffene Verbandsgemeindebürgermeister Fabian Stankewitz vor allem um die Hausbewohner gekümmert, die zumindest vorerst ihre Bleibe verloren haben, aber allesamt unverletzt geblieben sind. Drei von ihnen kommen bei Verwandten beziehungsweise Bekannten in Gröningen und Ausleben unter, für die anderen drei besorgt Stankewitz in einer Gröninger Pension für ein Dach über dem Kopf, wohin sie dann auch gefahren werden.

Heizung für die Wohnungen nebenan in Gang geb

Der Tag danach: Der Rauch ist zwar verflogen, aber es sieht schlimm aus, der linke Teil des langgezogenen Mehrfamilienhauses ist innen nur noch schwarz, wie ein Blick durch die kaputten Fenster zeigt. Die Eingangstür ist versiegelt.

Im rechten Gebäudeteil sind indes Marcel Hartling und Dennis Weidig von einer Hordorfer Haustechnik-Firma schon dabei, die aus Sicherheitsgründen gekappte Heizanlage nebst Gasleitung so umzubauen, dass die nicht oder wenig betroffenen Wohnungen dieses Hauses wieder beheizt werden können. Worüber sich Lothar Robra sehr freut, der gleich neben den Unglückswohnungen sein Zuhause hat und nach einer Nacht in der Pension wieder in seine Wohnung zurückgekehrt ist.