Oschersleben l Mit dem Stichwort „Bagger beschädigt Gasleitung“ sind am Montag um 16.50 Uhr die Kameraden der Oschersleber Feuerwehr in die Anderslebener Straße gerufen worden. Auf der Baustelle für einen Einkaufsmarkt im Osten der 20.000 Einwohner zählenden Stadt hatte ein Bagger eine Gasleitung beschädigt, Gas strömte aus. Besonders heikel stellte sich die Situation dar, weil sich unter anderem zwei Tankstellen und ein großes Einkaufszentrum in unmittelbarer Nähe befinden.

Die Feuerwehrleute unter Einsatzleitung von Wehrleiter Carsten Loof sperrten sofort die Anderslebener Straße und damit die Bundesstraße 246 sowie die Zufahrten zu mehreren Einkaufsmärkten. Als die Fachleute des Gasversorgers Avacon am Schadens-
ort eintrafen, entschieden diese sofort, drei Einkaufsmärkte, die in Windrichtung des Gases liegen, zu evakuieren. „Es bestand eine hohe Explosionsgefahr“, sagte Oscherslebens Feuerwehrsprecher Andreas Ehrhardt.

Timo Florian von der Marktleitung von Marktkauf sah die Evakuierung gelassen. Die etwa 35 Mitarbeiter, die zu dieser Zeit im Markt arbeiteten, berichteten, dass es etwa zehn Minuten gedauert hätte, bis alle Kunden den Markt verlassen hatten.

Bilder

„Als bei uns die Meldung eingegangen ist, haben wir sofort Monteure rausgeschickt“, sagte Avacon-Sprecherin Kirsten Fricke. Auch wenn sich letztlich herausstellte, dass nur eine geringe Gasmenge ausgetreten sei, habe man die Vorsichtsmaßnahme getroffen, das Areal so weiträumig abzusperren und die Märkte zu evakuieren. „Die Sicherheit hat Vorrang“, sagte Fricke. Nach der Schließung des Lecks wurden in dem betroffenen Gebiet Messungen durchgeführt. Diese ergaben, dass sich keine Gasteilchen mehr in der Luft befanden. Die Sperrung der Märkte und Straßen konnte kurz nach 18 Uhr aufgehoben werden.

Im Übrigen war es nicht der erste Schadensfall auf dieser Baustelle. Wie Kirsten Fricke bestätigte, sei am Freitag vergangener Woche ein Mittelspannungsstromkabel bei Tiefbauarbeiten beschädigt worden. Entsetzt zeigte sich Oscherslebens Feuerwehrsprecher Andreas Ehrhardt darüber, wie sich einige Autofahrer verhalten hatten: „Es ging so weit, dass uns Einsatzkräften Schläge angedroht wurden, wenn wir nicht sofort die Bundesstraße wieder frei geben. Jemand hat sogar versucht, eine Absperrung über einen Gehweg zu umfahren. Einige Menschen haben überhaupt nicht begriffen, welche Gefahr aus dieser beschädigten Gasleitung hätte entstehen können. Die verbalen Attacken gegen unsere Einsatzkräfte habe ich so noch nicht erlebt, ich bin entsetzt.“