Oschersleben l Noch vor knapp drei Wochen zogen Bürgermeister Benjamin Kanngießer und der Vorsitzende des Oschersleber Freibad-Fördervereins, Olaf Pankow, angesichts des Planschbeckens die Stirn in Sorgenfalten. Vorsichtig „klopfen“ die Männer die Fliesen ab, alles hohl und locker. Selbst wenn in Vorbereitung der neuen Badesaison alle Fliesen wieder angeklebt werden, scheint es vorprogrammiert zu sein, dass mindestens einmal während der Badesaion das Planschbecken gesperrt werden muss. Eben weil sich wieder Fliesen gelockert haben und somit die Gefahr besteht, die jüngsten Badegäste könnten sich verletzen. Das Planschbecken ist eben wie das Freibad insgesamt in die Jahre gekommen. Dieses wird in diesem Jahr bekanntlich 50 Jahre alt. „Wir hätten längst die Fliesen entfernt und eine Folie eingezogen. Doch der Landkreis vertritt die Auffassung, dass dann der Bestandschutz erlischt und wir für dieses im Durchmesser 10 Meter große Becken mit einer Wassertiefe von maximal 40 Zentimetern eine gesonderte Filteranlage installiert werden müsste. Der Aufwand wäre uns zu groß und irgendwie ist das auch nicht nachvollziehbar“, hatte der Bürgermeister beim zweiten Arbeitseinsatz im Freibad vor drei Wochen gesagt.

Becken kann weiter betrieben werden

Die Volksstimme fragte im Landkreis nochmals nach. In diesen Tagen kam die Antwort von Doreen Wolff, Sachgebietsleiterin Hygiene und umweltmedizinischer Dienst. Sie schreibt, dass obwohl die baulichen und technischen Anlagen des Planschbeckens nicht den geltenden DIN-Vorschriften entsprechen, könne es jedoch durch den bestehenden Bestandsschutz unter bestimmten Voraussetzungen weiter betrieben werden. Geschützt sei lediglich der Bestand, aber: „Der Eigentümer darf seinen geschützten Bestand mit allen notwendigen Maßnahmen instand halten. Durch Erweiterungen oder massive Umbauten, die den Bestand mehr als nur unerheblich verändern, würde der Bestandsschutz erlöschen. Dies hätte zur Folge, dass die Anlage gemäß technischem Regelwerk DIN-gerecht umgebaut und betrieben werden müsste.“

Stadt zieht Folie ein

„Mit dieser Antwort steht fest, dass die Stadt Oschersleben die Fliesen entfernen und eine Folie einziehen darf“, meint Hauptamtsleiterin Christiane Klare. Denn die Stadt sorgt schlussendlich dafür, dass die Kleinkinder sorglos planschen können, ohne dass die Gefahr bestehe, dass sich die jüngsten Badegäste verletzten.

Zudem werde der Bestand des Planschbeckens nicht wesentlich verändert. Es finden keine massiven Umbauarbeiten statt.

Bis zur Eröffnung der Badesaison am 25. Mai könne das Problem Planschbecken möglicherweise noch gelöst werden.