Oschersleben l „Ja, auch wir haben 2018 ein bisschen was vor“, beginnt Bewos-Geschäftsführer Dr. Thomas Harborth das Pressegespräch. Die Wohnungsvermietung laufe gut. „Ist unser Projekt in der Hermann-Duncker-Straße 13 bis 15 abgeschlossen, wo wir zwei Geschosse herunternehmen werden, kommen wir auf einen Wohnungsleerstand in der Kernstadt von fünf Prozent. Damit haben wir eine sehr gute Auslastung unserer Wohnungen erreicht“, betont Thomas Harborth. Problematischer sieht es hingegen in den Ortsteilen aus. So gingen beispielsweise 2016 Wohnungen in Peseckendorf und Hornhausen in den Bestand der Bewos über. Aber gerade in den genannten Orten sei es ungleich schwerer, leer stehende Wohnungen wieder zu vermieten. Der Leerstand liege bei 20 Prozent.

Ein wichtiges Thema, das die Wohnungsbaugesellschaft auch in Zukunft beschäftigen wird, ist das Schaffen von barrierefreien Wohnungen. „Aktuell haben wir 100 barrierefreie Wohnungen. Der Bedarf ist weiter groß, das beweisen die vielen Nachfragen. Ein Beispiel ist der Diesterwegring, wo die Menschen in den 1960er Jahren vielleicht mit 30 Jahren eingezogen und heute im fortgeschritten Alter sind und gern ihre Wohnungen behalten möchten. Es gibt also Nachholebedarf“, so der Geschäftsführer.

Neubau in der Lindenstraße

Ziel der Bewos sei es, zehn Prozent des Gesamtwohnungsbestandes, das sind in der Kernstadt 1454, als barrierefreien Wohnraum umzubauen. Derzeit seien es etwa acht Prozent. Stück für Stück sollen die Ortsteile nachziehen. In der Lindenstraße, und damit mitten im Stadtzentrum, baut die Bewos neu. Die Lückenbebauung wird acht Wohnungen beherbergen, die Erdgeschosswohnungen sind ebenso barrierefrei gestaltet. Die Bodenplatte ist gegossen, die Ausschreibungen für den Rohbau sind gestartet.

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In 75 Wohnungen leben Familien mit Migrationshintergrund, für private Vermieter werden weitere 20 Wohnungen verwaltet. „Die Betreuung dieser Mieter verlangt einen höheren Aufwand und eine größere Fürsorge. Das meistern wir mit zusätzlichen Sprechstunden. Für die Mieter mit Migrationshintergrund können wir feststellen, dass sie in ihren Wohnungen bleiben, es keine ständigen Weg- und Zuzüge gibt“, erklärt Harborth.

Eine besondere Fassadengestaltung ist für die Häuserzeile Magdeburger Straße 48 bis 50 geplant. „Ich denke, gerade hier in der Nähe der Stadtmitte und entlang der Achse in das Stadtzentrum sollten wir einen echten Hingucker schaffen“, meint der Bewos-Chef.

Bahnhof wird saniert

Auch an die jüngsten Mieter wird gedacht. Sie dürfen sich auf die Erweiterung des Spielplatzes hinter dem „schwarzen“ Netto freuen. Auf dem fast 2000 Quadratmeter großen Areal können die Kinder neue Spielgeräte in Beschlag nehmen. Wie diese aussehen sollen, was sich die Kinder wünschen, haben die Mädchen und Jungen während des Mieterfestes im vergangenen Jahr aufs Papier gebracht. „Aus diesen Ideen haben wir Spielgeräte ausgesucht. Auf dem Areal wollen wir eine fünfstellige Summe investieren. Darum haben wir entschieden, dass der neue Spielplatz eingezäunt und verschließbar sein wird. Nur so können wir wohl sichern, dass viele Kinder lange etwas von dem Spielplatz haben“, erklärt Thomas Harborth.

Und wenn er eingangs sagte, die Bewos habe 2018 ein bisschen was vor, darf auf keinen Fall die Sanierung des Bahnhofs vergessen werden. Das Wecken des 175 Jahre alten Gebäudes hat im vergangenen Jahr mit dem Einbau eines Glasdaches begonnen. Allein auf die Genehmigung seitens des Denkmalschutzes habe die Wohnungsgesellschaft ein Jahr gewartet. „Wir haben aktuell mit der Bewerbung des BahnhofCenters, wie wir es nennen, begonnen. Die Nachfrage ist da. Ärzte, Dienstleister und Physiotherapeuten haben ihr Interesse bekundet, in das alte Bahnhofsgebäude zu ziehen. Wir schauen jetzt, welche Flächen gebraucht werden. Die Gesamtplanung wäre allerdings einfacher, gäbe es mehr Klarheit über die Fördermittel für den Schwimmhallenneubau oder das Bekenntnis, möglicherweise auch ohne Fördermittel zu bauen. Dann könnten wir uns damit beschäftigen, wie die Schwimmhalle in das Bahnhofsgebäude oder an das angrenzende Areal integriert könnte. Die Architekten warten auf ihre Aufgabenstellung“, meint Thomas Harborth.

Und er bringt zugleich ein weiteres neues Projekt ins Spiel: die ehemalige Stadtbäckerei, die ebenfalls im Eigentum der Bewos ist. Mit dem DRK-Kreisverband Börde wurden die Vorverträge für die Vermietung geschlossen, denn in der Stadtbäckerei wird in Trägerschaft des DRK eine Tagesstätte und im Obergeschoss acht Apartments für Menschen mit seelischen Behinderungen entstehen. „Die Vorbereitungen laufen. Ich finde, es ist ein schönes Projekt auf einem geschützten Areal. Zum Projekt gehört auch die Gestaltung der Außenanlagen“, berichtet Thomas Harborth.