Oschersleben (az) l Einer aufmerksamen Mitarbeiterin der Sparkasse in Oschersleben ist es zu verdanken, dass eine Rentnerin nicht um ihre Ersparnisse gebracht wurde. Wie die Polizei mitteilte, wurde die Frau am Schalter stutzig, als eine 80-jährige Dame gleich 10.000 Euro abheben wollte.

Heldin hinter dem Schalter

Auf Nachfrage gab die Rentnerin an, dass ein vorgeblicher Polizist bei ihr angerufen habe und sie darum gebeten hätte, das Geld abzuheben. Ausländische Personen hätten es auf ihr Konto abgesehen und ihre Ersparnisse seien nun auf der Bank nicht mehr sicher. Deshalb solle das Geld später von der Polizei bei ihr abgeholt werden. Die Betrüger hatten sogar ein Taxi für die 80-Jährige bestellt, um schnell zur Sparkasse zu kommen.

Als Betrug enttarnt

Die hinzugerufene Polizei konnte der Rentnerin jedoch versichern, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt und bedankte sich bei der Sparkassenmitarbeiterin. „Ihr Handeln hat die Rentnerin vor einem großen finanziellen Schaden bewahrt“, betont Matthias Lütkemüller als Pressesprecher des Polizeireviers Börde.

Nicht auf Forderungen einlassen

Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die Polizei niemals telefonische Anweisungen für finanzielle Transaktionen gebe. „Gehen Sie nicht auf derartige Forderungen ein. Lassen Sie sich nicht durch fadenscheinige Drohungen einschüchtern“, so Lütkemüller. Stattdessen sei es wichtig, unter der Nummer 110 die Polizei zu informieren. Im aktuellen Fall hätten die Beamten die Ermittlungen aufgenommen.

Viele Tricks der Betrüger

Ähnliche Vorfälle seien gar nicht so selten vor. Wie Matthias Lütkemüller berichtet, gibt es die verschiedensten Maschen. In der Vergangenheit hätten Betrüger bereits behauptet, der Angerufene habe bei einer Lotterie im Ausland gewonnen. Damit der Gewinn überwiesen werden könne, müssten aber zunächst die fälligen Steuern bezahlt werden. Oder: Der Gewinn werde von einem Transportunternehmen überbracht. Das dafür fällige Geld sei im Vorfeld zu entrichten.

Tipps von der Polizei

Weitere Tipps gibt die Polizei auf ihrem Internet-Portal www.polizei-beratung.de. Tatsächlich hätten Betrüger durch Technik die Möglichkeit, dass auf dem Telefon der Angerufenen die Nummer 110 oder die der örtlichen Polizeidienststelle erscheint. Auch davon sollten sich Betroffene nicht verunsichern lassen. Weiter heißt es: „Die Betrüger fordern ihre Opfer auch per Post oder E-Mail zur Zahlung höherer Geldsummen auf: Sie verschicken beispielsweise Haftbefehle mit der Aufforderung, die im Schreiben genannte Geldstrafe zu bezahlen, ansonsten drohe die Inhaftierung.“ In besonders dreisten Fällen würden Täter auch mit gefälschten Polizei-Dienstausweisen direkt vor der Haustür stehen.

Empfohlen wird, niemals Unbekannte in die Wohnung zu lassen und beim geringsten Zweifel selbst bei der Polizei anzurufen - oder bei einer anderen Behörde, von der die Person angeblich kommt.