Alikendorf l „Alikendorf ist ein gepflegter und idyllischer Ort, in dem es sich gut leben lässt und den wir gern besuchen. So war die Meinung vieler Bürger aus und um unseren Ortsteil bisher“, sagt Ortsbürgermeisterin Inge Pohle. Doch etwas trübt die Stimmung - im wahrsten Sinne des Wortes. „Staubwolken, verschmutzte Straßen, Gestank und lauter, anhaltender Fahrzeuglärm vermehren sich in letzter Zeit und beeinträchtigen nicht nur das gute Lebensgefühl der Bewohner auf dem Land, sondern auch die Lebensqualität“, findet Inge Pohle und ergänzt: „Für alle Bürger, besonders für Kinder, Ältere sowie Menschen, die im Schichtsystem arbeiten, ist dieser Zustand eine gesundheitliche Belastung und unzumutbar.“

Durch den Betrieb von großen Biogasanlagen und gewaltigen landwirtschaftlichen Unternehmen in den umliegenden Ortschaften habe der ortsfremde Schwerlastverkehr durch Alikendorf extrem zugenommen. All diese Unternehmen würden die Fahrstrecke durch den Ortskern nutzen, um auf ihre zu bewirtschaftenden Ackerflächen zu gelangen. „Die eigenen Zufahrten sind kaputt gefahren oder Brücken plötzlich gesperrt“, meint die Ortsbürgermeisterin die Gründe für den zunehmenden Schwerlastverkehr zu kennen. Besonders die kettengetriebenen Großtraktoren mit schweren Ackergeräten, die Mähdrescher der neuesten Generation sowie Gülletransporter und Megaanhänger, die bis über die Oberkante beladen werden, verursachen auf Dauer enorme Schäden. Das ist nicht mehr hinnehmbar“, macht sie deutlich.

Mit dieser Meinung steht die Ortsbürgermeisterin nicht alleine. Nicht nur der gesamte Ortschaftsrat steht hinter Inge Pohle, auch unteer den Einwohnern mehrt sich die Kritik. Denn die Lage in Alikendorf spitze sich mehr und mehr zu: An Häusern und in Wohnungen seien bereits deutliche Risse erkennbar. Straßen mit historischem Kopfsteinpflaster im Ortskern würden bereits Fahrspuren und Absenkungen aufweisen, Bordsteine seien herausgerissen. Auch Feldwege seien bereits derart kaputtgefahren, dass die Benutzung mit Fahrrädern oder zu Fuß zu Unfällen führen könne. „Sicher ist uns bewusst, dass wir auf dem Land leben und Ackerwirtschaft hier notwendig ist, aber nicht auf Kosten unserer Gesundheit und unserer Geldbörsen“, macht Inge Pohle ihrem Ärger Luft. Schließlich hätten die Alikendorfer einen großen finanziellen Beitrag zur Erneuerung der Dorfstraßen geleistet. Dies soll sich in Kürze nicht wiederholen müssen. „Verschiedene Gespräche mit den Verursachern oder Verantwortlichen haben uns in dieser Angelegenheit nicht weitergeholfen“, erzählt Inge Pohle.

Die Bürger von Alikendorf fordern nun, dass auf den guten Böden noch viele Jahrzehnte Ackerbau betrieben wird, sowie eine Lösung, die die Interessen beider Seiten langfristig berücksichtigt.

Alle Interessenten und Beteiligten sind zu einer offenen Diskussionsrunde am Donnerstag, 27. Oktober, in das Schützenhaus Alikendorf eingeladen. Beginn ist um 19 Uhr.