Oschersleben l Das alte Oschersleber Bahnhofsgebäude ist völlig saniert und voller Leben. Etliche Läden sind geöffnet und Praxisräume vermietet, an Kundschaft mangelt es weder dort noch da. Zudem haben im historischen Bahnhof mehrere Unternehmen Geschäfts- oder Außenstellen gemietet, in denen fleißig gearbeitet wird. Durch den Ost-Ausgang geht es unmittelbar in die Schwimmhalle, in der gerade auf allen Bahnen mächtig Betrieb ist. Von dort führt ein Rad- und Fußweg an sehr gut genutzten Spiel-, Verweil- und Bolzplätzen vorbei zum Kinder- und Jugendzentrum. In dem gerade ein Musik-Workshop beginnt, eine Sozialpädagogin zur neuerlichen Gesprächsrunde begrüßt und in dem ebenso genau jetzt das nächste Rock-Pop-Konzert, das nächste Theaterfest, das nächste Ferienangebot und auch der nächste Kletterwand-Wettbewerb geplant werden.

Zukunftsmusik. Ja, das ist Oschersleber Zukunftsmusik. Noch. Denn all das und etliches mehr könnte in einigen Jahren Realität sein. Entsprechende Pläne für die Neugestaltung des alten Bahnareals zwischen der Alten Post und der Fabrikstraße gibt es, inzwischen liegt dazu bereits eine „Gesamtkonzept-Machbarkeitsstudie“ vor. Und der Stadtrat ist nun aufgerufen, in seiner Sitzung am Donnerstag einen Grundsatzbeschluss zur Umsetzung dieser insgesamt etwa zehn Millionen Euro teuren Vorhaben zu fassen.

Stadtrat entscheidet

„Wenn der Beschluss eine Mehrheit findet, würden wir in diesem Jahr mit den konkreten Planungen beginnen und diese Pläne abschnittsweise in den nächsten vier Jahren umsetzen“, sagt Bürgermeister Benjamin Kanngießer (SPD). Wobei er mit „wir“ die Stadt und die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos meint. Denn nicht nur, dass die Bewos das gesamte Gelände von der Bahn gekauft hat, wäre sie auch der Investor für die etwa sieben Millionen Euro teure Schwimmhalle, während die Stadt das Kinder- und Jugendzentrum (1,2 Millionen Euro) und den Außenbereich (1,75 Millionen Euro) finanzieren würde. „Es gibt gute Chancen, für diese beiden Projekte Fördermittel zu bekommen, so dass wir dann jeweils nur ein Drittel aus der eigenen Kasse nehmen müssten“, sagt Kanngießer.

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Der zudem darauf hinweist, dass bei dem ganzen Gestaltungsvorhaben nicht bei Null angefangen wird, sondern die Bewos ja schon seit einiger Zeit dabei ist, das historische Bahnhofsgebäude für etwa viel Millionen Euro auf Vordermann zu bringen. Dem sich dann die Schwimmhalle nahtlos anschließen und die bisherige Halle im Peseckendorfer Weg ersetzen würde. Weiter in Richtung Fabrikstraße sollen die Außenanlagen nebst Fußgänger- und Radweg gestaltet werden, der dann zum Kinder- und Jugendzentrum führt.

Diskussion seit 2015

Diese Freizeiteinrichtung ist ein besonderes Anliegen der SPD-Fraktion des Stadtrates. „Seit 2015 beschäftigen wir uns intensiv mit diesem Thema, haben dafür ein Diskussionspapier erarbeitet und verschiedene Varianten geprüft“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Olaf Pankow. Für den es nun eine „ideale Lösung“ ist, dieses Kinder- und Jugendzentrum in die Neugestaltung des alten Bahnareals einzubinden. „Das wird ja nicht nur eine Freizeiteinrichtung für die jungen Bewohner der Kernstadt, sondern auch für alle Kinder- und Jugendlichen der Ortsteile. Deshalb ist die zentrale Lage einschließlich der Bus- und Bahn-Anbindung sehr gut“, sagt Olaf Pankow.

Wie diese zentrale Lage auch sehr günstig für das Schwimmbad sei, so Benjamin Kanngießer, der von zahlreichen Beratungen der verschiedensten Gremien spricht, die es in der zurückliegenden Zeit im Vorfeld der anstehenden Stadtratssitzung zu den Gestaltungsplänen des alten Bahnareals gegeben habe. „Der Ausbau der Infrastruktur ist für die Zukunft der Stadt sehr wichtig und mit der Umsetzung dieser Vorhaben würden wir dabei einen großen Schritt gehen“, sagt der Bürgermeister.