Hamersleben l Der Besucheransturm war sehr groß. Genossenschafts-Juniorchef Sascha Blaik sprach von 5000 Gästen. „So gut besucht war unser Hoftag noch nie“, sagte der 30-jährige studierte Landwirt stolz und dankte allen Kollegen, Vorbereitern und Mitmachern für ihren Einsatz.

Rekord mit 5000 Gästen

Angehörige des Betriebes, Vereine, Institutionen, der Landwirtschaft verbundene Privatleute und ortsansässige Handwerksfirmen präsentierten den Besuchern des Hoffestes ihre Arbeit und ihre Produkte. Ziel dieser Tage des offenen Hofes ist es, so Blaik, die Menschen wieder näher an ihre Nahrungsmittel und deren Hersteller zu bringen.

Nicht nur die ausgeschriebenen Parkflächen, auch die Straßenränder und alle anderen befahrbaren Ecken der Bördegemeinde waren mit Autos vollgestellt. Und für all diese Besucher hatten die Veranstalter auch ordentlich aufgefahren: Es gab Stall- und Betriebsbesichtigungen, eine Radio-Party mit Stars wie Petra Zieger und Marcus, Landtechnikpräsentationen, Fachgespräche auf der Bühne, Kinderunterhaltung, Feuerwehrvorführungen sowie Stände mit Erbsensuppe, Schmorwurst, Honig, Eierlikör, Kuchen und vielen anderen Köstlichkeiten aus der Börde.

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Stall- und Betriebsbesichtigungen

Umlagert waren vor allem die Getränkeanbieter, denn die Sonne meinte es gut. Deshalb wurden auch Sonnenhüte gern gekauft und die wenigen Schattenplätze zogen Flanierer magisch an. Ansonsten wurde geguckt, wie Kühe leben, probiert, wie aus Hafer Flocken gemacht werden, erklärt, wie früher gemolken wurde, geschaut, wie heute Mähdrescher funktionieren, gefragt, wie man Landwirt wird, gesungen, was Marcus vorgab, gelauscht, was Fachleute auf der Bühne von sich gaben und genascht, was angeboten wurde.

Im Mittelpunkt stand das Leben und Arbeiten auf dem Hof der Agrargenossenschaft Hamersleben, die alle zwei Jahre solch einen Hoftag veranstaltet. Harald Behrens, der Vorsitzende der Agrargenossenschaft, stand zur Begrüßung mit seinem Juniorchef Sascha Blaik und Olaf Feuerborn, Präsident des Landesbauernverbandes, auf der Partybühne.

Hoftag gibt es alle zwei Jahre

Gemeinsam hatten sie das große Fest vorbereitet und konnten nun relativ entspannt die Besucher begrüßen und ihnen viel Spaß und gute Unterhaltung wünschen. Behrens dankte seinen Mitarbeitern und begrüßte unter anderem die Unterstützer aus dem Landesministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie, Vertreter der Agrarmarketinggesellschaft, Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch sowie Landrat Hans Walker.

Feuerborn sprach anerkennend über das gastgebende Unternehmen und auch über das aktuelle Wetter. Er sagte voraus, dass die anhaltende Trockenheit besonders in der Altmark und im Jerichower Land zu erheblichen Ernteeinbußen führen wird.

Bauernverband rechnet mit 25 Prozent Verlust

Bis heute geschätzte 25 Prozent Verluste werden die Bauern in diesem Jahr aufgrund des Regenmangels wohl ertragen müssen, so Feuerborn. Blaik, der im Betrieb gelernt hat und am 1. Januar 2019 den Vorstandvorsitz im Unternehmen übernehmen wird, verschob in seinem Begrüßungsspruch trotz allem den Regen auf die Zeit nach dem Fest. Aber dann solle, so seine Bitte, tagelanger Landregen fallen. Zustimmendes Gemurmel ging dabei durch die Reihen der schwitzenden und trockenheitsgeschädigten Landwirte und Gartenbesitzer.

Der Kuh Else, eine von 630 des Betriebes, war das Gewimmel der Menschen, die mit blauen Schuhüberziehern über die Desinfektionsmatte in ihren Stall kamen, total egal. Nachdem sie durch das hypermoderne Melkkarussell gegangen war und sich von Bürsten am Rücken hatte massieren lassen, schaute sie nun gelassen auf das Treiben.